Der Torrione di Niccolò V. ein Wehrturm aus dem 15. Jahrhundert, ist Sitz der Vatikanbank. Der Torrione di Niccolò V. ein Wehrturm aus dem 15. Jahrhundert, ist Sitz der Vatikanbank. 

Vatikanbank erzielt 51 Millionen Euro Gewinn

Das Institut für die religiösen Werke (IOR) hat an diesem Dienstag seinen Nachhaltigkeitsbericht für das Jahr 2025 veröffentlicht. Die „Vatikanbank" bekräftigt darin ihr Ziel, Finanzgeschäfte transparent und verantwortungsvoll sowie im Einklang mit der katholischen Soziallehre zu führen.

Der Bericht dokumentiert die Fortschritte bei der Einbindung von Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungsaspekten (ESG-Kriterien) in das Geschäftsmodell des Instituts. Das IOR wolle zu einer nachhaltigen Finanzwirtschaft beitragen, die dem Menschen, seiner Würde und dem Gemeinwohl diene, heißt es in der Mitteilung.

Weltkirche unterstützen

2025 erwirtschaftete das Institut einen wirtschaftlichen Wert von 67,6 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es 50 Millionen Euro. Der Nettogewinn belief sich auf 51 Millionen Euro. Nach Angaben des IOR kamen 36 Prozent des geschaffenen Werts dem Heiligen Vater zugute, 23 Prozent waren Auszahlungen an Beschäftigte und 14 Prozent gingen an Lieferanten. Der verbleibende Anteil diente der Stärkung des Eigenkapitals und damit der langfristigen Stabilität des Instituts.

Die Verwaltung der dem IOR anvertrauten Vermögenswerte habe zusätzlich rund 142,5 Millionen Euro an Wert geschaffen und damit zur Unterstützung der Aufgaben der Weltkirche beigetragen.

Anlagen nach katholischen Grundsätzen

Nach Angaben des IOR entsprachen sämtliche Produkte der Vermögensverwaltung den ethischen Grundsätzen der katholischen Kirche und erzielten zugleich positive Bruttorenditen. Ausgeschlossen seien Investitionen in Unternehmen, deren Tätigkeit als schädlich für das menschliche Leben, die Umwelt, die Gesellschaft oder eine verantwortungsvolle Unternehmensführung gelte. Ziel der Anlagepolitik sei es, die anvertrauten Vermögen langfristig zu schützen und zu vermehren.

Auch die Weiterbildung der Mitarbeitenden ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie. 2025 fanden mehr als 2.700 Stunden fachlicher Schulungen statt, davon 300 Stunden zu Regelkonformität, Risikomanagement und interner Prüfung. Hinzu kamen religiöse Fortbildungen. Für 300 Kundinnen und Kunden setzte das Institut zudem ein Programm zur Wirtschafts- und Finanzbildung fort.

Weniger Papier, mehr Digitalisierung

Im Umweltbereich verweist das IOR auf Maßnahmen zur Energieeffizienz, die Nutzung erneuerbarer Energien und einen geringeren Verbrauch von Rohstoffen. Durch die Weiterentwicklung des Internetbankings „IORPortal“ und die vollständige Digitalisierung der Archivunterlagen seien die Papierkäufe um 37 Prozent gesunken. Sämtliche anfallenden Abfälle seien Verwertungsprozessen zugeführt worden.

Was doppelte Wesentlichkeit bedeutet

Der Bericht beruht auf einer sogenannten doppelten Wesentlichkeitsanalyse. Dabei werden sowohl die Auswirkungen des Instituts auf Umwelt und Gesellschaft als auch die finanziellen Folgen von Nachhaltigkeitsfragen für das IOR berücksichtigt. Der Bericht orientiert sich an den Grundsätzen der europäischen Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung sowie an den Standards der Global Reporting Initiative.

Das IOR betreut nach eigenen Angaben mehr als 12.000 Kundinnen und Kunden in über 110 Ländern. Es ist die einzige Institution, die im Staat der Vatikanstadt professionelle Finanzgeschäfte betreiben darf.

(vatican news - bp)

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28. Juli 2026, 13:03