Gallagher mit Putins Außenminister Lawrow Gallagher mit Putins Außenminister Lawrow 

Gallagher in Moskau: „Der Krieg muss enden!“

Der vatikanische „Außenminister“, Erzbischof Richard Paul Gallagher, ist in Moskau am Dienstag mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow zusammengetroffen. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz bekräftigte er den Appell von Papst Leo XIV., dem Krieg und dem Leiden der Zivilbevölkerung in der Ukraine ein Ende zu setzen.

Stefano Leszczynski – Korrespondent in Moskau

Der Heilige Stuhl sei bereit, alle Bemühungen zur Herbeiführung des Friedens im aktuellen internationalen Kontext zu unterstützen, so Gallagher, der im vatikanischen Staatssekretariat für die Beziehungen zu Staaten und internationalen Organisationen verantwortlich ist.

Bei ihrer Begegnung im Hauptsitz des Außenministeriums in Moskau stellten der Kurienerzbischof und der Außenminister nach eigenen Aussagen mehrere Gemeinsamkeiten bei wichtigen internationalen Fragen fest. Man sei sich auch einig, dass es wichtig sei, den Dialog zwischen der Russischen Föderation und dem Heiligen Stuhl fortzusetzen. Zu den Themen von bilateralem Interesse gehörten auch humanitäre Initiativen zur Ermöglichung eines Friedensprozesses zwischen Russland und der Ukraine.


Verhandlungen und humanitäres Engagement

Das Treffen, an dem auch der päpstliche Nuntius Giovanni d’Aniello teilnahm, dauerte über eine Stunde. Im Anschluss gaben Gallagher und Lawrow vor der Presse Erklärungen ab. Der Vatikanmann erinnerte an den Appell von Papst Leo XIV., die Feindseligkeiten zwischen Russland und der Ukraine zu beenden und mit Unterstützung der internationalen Gemeinschaft „echte Verhandlungen“ aufzunehmen.

„Der Konflikt kann nicht mit militärischen Mitteln gelöst werden“

Für Gallagher ist „die Position des Heiligen Stuhls klar: Der Konflikt kann nicht mit militärischen Mitteln gelöst werden.“ Daher sei es „unerlässlich, die Voraussetzungen für einen politischen und diplomatischen Prozess zu schaffen“. Er forderte Russland und die Ukraine zudem auf, Zeichen der Offenheit und des guten Willens zu setzen und das Völkerrecht sowie das humanitäre Recht zu achten, insbesondere in Bezug auf Zivilisten, Infrastruktur, Verwundete und Kriegsgefangene.

„Um es klar zu sagen“, so Erzbischof Gallagher in Bezug auf die Ukraine-Frage, „dieser Krieg muss enden!“ Die Zahl der Opfer auf beiden Seiten steige aufgrund der Feindseligkeiten stetig an, ebenso wie das Leid der Zivilbevölkerung. „Es ist dringend notwendig, die Feindseligkeiten zu beenden und die zukünftigen Beziehungen neu zu gestalten, um nicht Gefangene der Ungerechtigkeiten der Vergangenheit zu bleiben“. Dem Hass müsse der Sauerstoff entzogen werden.

  (ANSA)

„Ein Mindestmaß an Vertrauen zwischen den Konfliktparteien wiederherstellen“


Zusammenarbeit intensivieren

Außenminister Lawrow würdigte die Offenheit des Heiligen Stuhls für den Dialog mit Russland und dessen Engagement für den Frieden. Er stimme mit seinem vatikanischen Amtskollegen darin überein, dass die Zusammenarbeit in humanitären Fragen im Zusammenhang mit dem Konflikt intensiviert werden müsse. Lawrow bezeichnete das Gespräch als „sehr nützlich“.

Das Engagement des Heiligen Stuhls für den Frieden

Erzbischof Gallagher machte klar, dass er vor allem auf humanitäre Initiativen setzt. „Jedes konkrete Ergebnis in diesem Bereich wird dazu beitragen, das Leid zu lindern, und die Wiederherstellung eines Mindestmaßes an Vertrauen zwischen den Konfliktparteien ermöglichen“. In diesem Zusammenhang wurde auch darauf hingewiesen, dass der Vorsitzende der italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Matteo Zuppi, demnächst erneut nach Moskau reisen wird. Zuppi wurde vom verstorbenen Papst Franziskus mit der Mission betraut, Wege zum Frieden im Ukraine-Krieg auszuloten.

Der vatikanische „Außenminister“ bekräftige den Willen des Heiligen Stuhls, weiterhin zur Schaffung von Räumen des Dialogs beizutragen, die humanitären Bemühungen zu verstärken und Hilfestellung im Streben nach Frieden zu leisten.


Die Rolle der Kirchen

Im Laufe des Gesprächs mit Außenminister Lawrow hat Erzbischof Gallagher auf die wichtige Rolle der Kirchen und der lokalen kirchlichen Gemeinschaften zugunsten der Schwächsten im Geiste der Versöhnung hingewiesen. Das gelte auch für die katholische Gemeinschaft auf russischem Boden.

Dialog mit dem Moskauer Patriarchat

Am Dienstagabend traf der Sekretär für die Beziehungen zu den Staaten dann mit Metropolit Antonij von Wolokolamsk zusammen. Dieser ist für die Außenbeziehungen des Moskauer Patriarchats zuständig. Mit ihm wurden Themen von gemeinsamem Interesse erörtert, auch vor dem Hintergrund der aktuellen regionalen Lage. Metropolit Antonij brachte seine Zufriedenheit über die beständigen und herzlichen Kontakte zwischen den beiden Kirchen und dem Heiligen Stuhl zum Ausdruck.

(vatican news)
 

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26. August 2026, 09:48