In Vietnam wird mit verschiedenen Initiativen versucht, gegen Abtreibung zu sensibilisieren In Vietnam wird mit verschiedenen Initiativen versucht, gegen Abtreibung zu sensibilisieren 

Vietnam: Lebensschutzgruppe sensibilisiert gegen Abtreibung

In Vietnam hat es sich eine Lebensschutzgruppe zur Aufgabe gemacht, die Gesellschaft gegen Abtreibung zu sensibilisieren. In vielen Pfarreien des Landes gibt es Freiwillige, die Föten aus Krankenhäusern abholen, um ihnen ein würdiges Begräbnis zu ermöglichen.

„Abtreibung ist Mord, sie ist eine schwere Sünde und eine Beleidigung Gottes. Jeden Tag werden viele Kinder des Rechts auf Leben beraubt", beklagte Pater Francis Nguyen Kim Phung bei einer Gedenkmesse für 22 abgetriebene Kinder in einer Kirche der Erzdiözese Hanoi. Nach der Messe wurden die sterblichen Überreste der ungeborenen Kinder von Mitgliedern der Lebensschutzgruppe auf dem Pfarrfriedhof der Thai-Ha-Kirche beigesetzt.

Der Friedhof der ungeborenen Kinder

In vielen Pfarreien Vietnams gibt es Freiwilligen-Gruppen, die Föten aus Krankenhäusern abholen und für sie Messen feiern, um ihnen ein würdiges Begräbnis zu ermöglichen. Die Lebensschutzgruppe der Diözese Xuan Loc hat auf dem „Friedhof der ungeborenen Kinder“ bereits 700 Beerdigungen vorgenommen.

Pater Joseph Nguyen Van Tich, Leiter der Lebensschutzgruppe der Diözese Xuan Loc, wollte diesen besonderen Friedhof, auf dem ungeborene Kinder in Frieden ruhen und die Gläubigen Gott um Vergebung für die Abtreibungspraxis bitten können.

Seit sieben Jahren besucht der Priester zusammen mit den Mitgliedern der Gruppe Krankenhäuser und Kliniken, um die Bestattung der Föten zu beantragen, arbeitet dabei eng mit Ärzten und Krankenschwestern zusammen: „Ich bin ein katholischer Priester, ich glaube, dass Föten menschliche Wesen sind; ich verurteile nicht und ich klage niemanden an. Ich möchte nur dafür sorgen, dass die abgetriebenen Föten begraben werden können.“

53.000 Kinderleichen...

Bis heute beherbergt der Friedhof der ungeborenen Kinder mehr als 53.000 Kinderleichen. Die bekannte vietnamesische Zeitung „Thanh Nien“ hat Pater Joseph inzwischen als „Vater der ungeborenen Kinder“ gewürdigt und ihm eine Ehrenmedaille verliehen.

Bei den Frauen, die sich in Vietnam für eine Abtreibung entscheiden, handelt es sich meist um junge Mütter, die Opfer von Missbrauch wurden, auch in der Ehe. Es gibt viele Gründe - wirtschaftlicher, sozialer, kultureller und psychologischer Art -, die eine Frau zu diesem Schritt bewegen können.

Initiativen zur Sensibilisierung der Gesellschaft

In den vergangenen Wochen hat die Lebensschutzgruppe der Thai-Ha-Kirche einen öffentlichen Marsch veranstaltet, um für den Schutz des Lebens zu werben und die Menschen, insbesondere junge Frauen, zu sensibilisieren. Wie die Mitglieder der Gruppe feststellen können, hat das Bewusstsein dafür, dass Abtreibung ein Übel ist, dank der Proteste drastisch zugenommen. Die Gruppe sammelt auch Fonds, um schwangeren Frauen, die sich oft in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden, materielle, psychologische und geistige Unterstützung zukommen lassen zu können.

Jüngsten Statistiken zufolge werden in Vietnam jedes Jahr etwa 300 000 Abtreibungen vorgenommen, meist von unverheirateten Mädchen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren.

(fides – skr)
 

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10. Mai 2022, 14:56