Bischof Vitalij Skomarovskyj von Lutsk, Präsident der ukrainischen Bischofskonferenz Bischof Vitalij Skomarovskyj von Lutsk, Präsident der ukrainischen Bischofskonferenz 

Bischof: „Die Ukrainer wünschen nichts anderes als den Frieden"

Für den Präsidenten der römisch-katholischen (lateinischen) Bischofskonferenz der Ukraine entsteht ein entwaffneter Frieden dort, wo Vertrauen und Liebe zwischen den Menschen herrschen. Fehlen diese jedoch, „beruht der sogenannte politische Frieden auf dem Gleichgewicht der Waffen und ähnlichen Logiken“. Dabei müsse man allerdings verstehen, dass es sich um einen fragilen Frieden handle – wie auch Papst Leo selbst betont habe, erklärt Bischof Skomarovskyj.

Svitlana Dukhovych – Vatikanstadt

Die Friedensbotschaft des Papstes erreicht die Menschen in der Ukraine im Kontext eines lang andauernden Krieges. „Wenn dieser Krieg nicht existierte oder weit von uns entfernt wäre, denke ich, dass Lektüre und Wahrnehmung dieser Botschaft anders ausfallen würden“, meint Bischof Vitalij Skomarovskyj, Präsident der Bischofskonferenz des lateinischen Ritus in der Ukraine, im Gespräch mit den vatikanischen Medien über die Botschaft von Papst Leo XIV. zum Weltfriedenstag am 1. Januar 2026.

Dennoch zeige der Papst „eine Richtung auf“, nämlich jene eines „umfassenden Friedens, der auf Vertrauen und Geschwisterlichkeit gründet“. Trotz der Grausamkeiten, die selbst Kinder treffen, bringe die Botschaft des Papstes auch Hoffnung: „Das Gute wird letztlich immer siegen, und deshalb lohnt es sich zu kämpfen“, so der ukrainische Bischof.

Er betont, dass die Ukrainer nichts sehnlicher wünschen als Frieden, warnt jedoch davor, den sogenannten politischen Frieden mit echtem Frieden zu verwechseln.

Politischer Friede ist nicht gleich echter Friede

Nach seiner Auffassung entsteht wahrer, „entwaffneter“ Friede nur dort, wo Vertrauen, Liebe und Geschwisterlichkeit herrschen – so wie es der auferstandene Christus vorlebte. Wo diese Grundlagen fehlten, stütze sich der Frieden lediglich auf militärische Abschreckung und das Gleichgewicht der Waffen, was ihn extrem zerbrechlich macht. Gerade die Ukraine erfahre, wie das Völkerrecht verletzt werde und internationale Sicherheitsgarantien versagten, unterstreicht Bischof Skomarovskyj.

Die Botschaft des Papstes sei jedoch keine politische Analyse, sondern stelle eine pastorale und geistliche Orientierung dar, gibt er weiter zu bedenken. Sie zeige trotz Krieges, Propaganda und „Informationswaffen“ eine Richtung: den Weg zu einem umfassenden Frieden, der nicht auf Gewalt, sondern auf Vertrauen gründet. Besonders wichtig sei dabei der innere Friede, der auch im Krieg möglich sei, da er ein Geschenk Gottes sei und nicht von äußeren Umständen abhänge.

Besonders eindringlich spricht er über das Leid der Kinder, die unschuldig Opfer des Krieges werden. Ihr Leiden offenbare sowohl die Realität des Bösen als auch die Verhärtung vieler Herzen, betont er. Die Ukrainer wollten jedoch nichts anderes als das Ende des Krieges und einen gerechten, dauerhaften Frieden – und hegten weiterhin die Hoffnung, dass letztlich das Gute siegen werde, so die abschließende Überlegung des Bischofs.

(vatican news - cs)

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03. Januar 2026, 11:49