Äthiopien: Religionen erneuern Friedensappell
Trotz vereinzelter Berichte über eine relative Stabilisierung im Süden der Region sorgen in anderen Gebieten anhaltende interne Zusammenstöße für große Besorgnis unter der Zivilbevölkerung. Die Kirchen vor Ort, darunter die Äthiopisch-Orthodoxe Tewahedo-Kirche des Tigray, verurteilen das Töten unter „Brüdern“ als untragbar und rufen zur Rückkehr zu friedlichen Auseinandersetzungen auf.
Die erneute Friedensforderung erfolgt vor dem Hintergrund einer deutlichen Eskalation der Gefechte seit Ende Januar 2026. Internationale Stimmen, darunter der Generalsekretär der Vereinten Nationen António Guterres und der Vorsitzende der Afrikanischen Union Mahmoud Ali Youssouf, haben vor den gravierenden Folgen für die Zivilbevölkerung und vor der Gefahr eines regional ausgeweiteten Konflikts gewarnt, der auch angrenzende Staaten wie Eritrea einbeziehen könnte.
Humanitäre Hilfsorganisationen betonen, die Region sei noch nicht in der Lage, einen neuen Krieg auszuhalten, und warnen vor Unterbrechungen von Kommunikation und Versorgung, ähnlich jenen während der gewaltsamen Auseinandersetzungen von 2020 bis 2022. Bei diesem Bürgerkrieg starben hunderttausende Menschen gewaltsam, es folgte eine schwere humanitäre Krise. Trotz eines Friedensabkommens im November 2022 ist die Lage weiterhin instabil und von Hunger geprägt. Tigray liegt im äußersten Norden Äthiopiens im Hochland von Abessinien und grenzt an Eritrea.
(vatican news – gs)
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