Ukraine: UNICEF schlägt Alarm wegen Lage der Kinder im Krieg
Insgesamt beziffert UNICEF die Zahl der betroffenen Kinder auf genau 2.589.900. Davon befinden sich rund 791.000 als Binnenvertriebene innerhalb der Ukraine, während fast 1,8 Millionen als Flüchtlinge im Ausland leben. Besonders erschütternd: Viele dieser Kinder mussten nicht nur einmal, sondern mehrfach fliehen. Unter den Jugendlichen im Alter von 15 bis 19 Jahren gab jeder Dritte an, mindestens zweimal den Wohnort gewechselt zu haben, meist auf der Suche nach Sicherheit vor den anhaltenden Bombardierungen.
Steigende Opferzahlen und zerstörte Infrastruktur
Seit Beginn der großflächigen russischen Invasion am 24. Februar 2022 wurden mehr als 3.200 Kinder getötet oder verletzt. Besonders besorgniserregend ist der Trend: Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der kindlichen Opfer im Vergleich zu 2024 um weitere zehn Prozent – das dritte Jahr in Folge mit einer Zunahme der durch die UN verifizierten Opferzahlen.
Auch die für ein normales Leben grundlegenden Einrichtungen sind dezimiert. Über 1.700 Schulen und Bildungsinstitutionen wurden beschädigt oder zerstört, was dazu führt, dass jedes dritte Kind keinen regulären Präsenzunterricht besuchen kann. Angriffe auf die Energieinfrastruktur zwingen Millionen Familien dazu, bei extremen Minustemperaturen ohne Heizung, Wasser und Licht auszuharren. „Säuglinge und Kleinkinder sind unter diesen Bedingungen dem höchsten Risiko von Atemwegserkrankungen und Unterkühlung ausgesetzt“, warnt UNICEF.
Eine Krise der psychischen Gesundheit
Hinter den physischen Gefahren verbirgt sich eine psychische Katastrophe. Die ständige Angst vor Angriffen und die soziale Isolation in Kellern und Schutzräumen fordern ihren Tribut. Laut der Untersuchung verliert jeder vierte Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren die Hoffnung auf eine Zukunft in der Ukraine.
Regina De Dominicis, UNICEF-Regionaldirektorin für Europa und Zentralasien, bringt die Lage auf den Punkt: „Für die Kinder in der Ukraine ist Sicherheit immer schwerer zu erreichen. In vielerlei Hinsicht folgt der Krieg diesen Kindern überallhin.“
Humanitäre Hilfe als Überlebensgarantie
Trotz der widrigen Umstände setzt UNICEF seine Arbeit fort. Im Jahr 2025 erreichte die Organisation zusammen mit Partnern vor Ort rund 7 Millionen Menschen mit humanitärer Hilfe, darunter 2,5 Millionen Kinder. Programme zur Stärkung der sozialen Dienste kamen fast 10 Millionen Menschen zugute.
De Dominicis mahnte abschließend die Einhaltung des humanitären Völkerrechts an: „Jedes Kind hat das Recht, in Sicherheit aufzuwachsen, und dieses Recht muss ohne Ausnahmen respektiert werden.“ Der Schutz der zivilen Infrastruktur, von der das Überleben dieser Kinder abhängt, müsse oberste Priorität haben.
(sir/vatican news - mg)
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