Barcelona richtet zur Papstreise Treffen der Mittelmeer-Bischöfe aus
Delphine Allaire – Vatikanstadt
Die Erzbischöfe von Bari, Tunis und Marseille, der Patriarchalvikar für Zypern, der katalanische Bischof von Sant Feliu de Llobregat – zu dessen Diözese das Benediktinerkloster Montserrat gehört –, aber auch Jugendliche, Priester und engagierte Laien für das Mittelmeer: Sie alle tauschten sich an diesem Donnerstag eine Stunde lang mit Leo XIV. in der Bibliothek des Apostolischen Palastes aus. Sie gehören dem Koordinationsbüro für die kirchliche Zusammenarbeit im Mittelmeerraum (COMED) an, das Papst Franziskus nach den Mittelmeer-Begegnungen MED23 in Marseille gewünscht hatte.
Das Team, das zweimal jährlich per Videokonferenz tagt, traf sich in dieser Woche zum zweiten Mal physisch in Rom, nach einer Sitzung im vergangenen Juli am Ufer des Bosporus. Die Vorbereitung des nächsten Treffens der Mittelmeer-Bischöfe, das vom 9. bis 12. Juni in der katalanischen Hauptstadt stattfinden wird, stand im Mittelpunkt der Beratungen. Während der Spanienreise Leo XIV. vom 6. bis 12. Juni wird dieses Treffen dem Thema „Aufbau des Friedens“ im Mittelmeerraum gewidmet sein. Die Reflexion knüpft an die große und zugleich komplexe Friedensarchitektur der Sagrada Familia an, die von dem ehrwürdigen Antoni Gaudí errichtet wurde, dessen hundertster Todestag in diesem Jahr begangen wird.
Gemeinschaft und bestehende Netzwerke vertiefen
„Der Papst zeigte sich besonders aufmerksam gegenüber Initiativen zur Friedenserziehung und zur Kultur der Begegnung. Er ermutigte das Koordinationsbüro, seine Arbeit zur Stärkung der Gemeinschaft zwischen den fünf Ufern dieses großen Beckens fortzusetzen, das von tragischen und besorgniserregenden Ereignissen einer sich vervielfachenden Kriegsdynamik geprägt ist“, erklärt Pater Alexis Leproux, Sekretär dieses Koordinationsbüros für das Mittelmeer.
Für die kommenden Mittelmeer-Begegnungen MED26 in Barcelona wurden die Einladungen bereits ausgesprochen. Rund 200 Akteure werden von Kardinal Juan José Omella Omella, dem Erzbischof der katalanischen Metropole, erwartet – darunter 60 Bischöfe, 70 Jugendliche verschiedener Konfessionen sowie 60 Akteure der Solidarität und des Dialogs. „Ziel ist es, die Gemeinschaft zwischen den Kirchen zu vertiefen, die Friedenserziehung der Jugendlichen zu fördern und bestehende Solidaritätsnetzwerke – etwa jene der Wallfahrtsorte, der Klöster, der Theologen, der Migration und der Gastfreundschaft – zu festigen“, präzisiert Pater Leproux.
Institutionen des Friedens vorbereiten
Im Anschluss an die Bischofstreffen in Bari (2020), Florenz (2022) und Marseille (2023) setzt sich der Weg fort – mit besonderer Aufmerksamkeit für die Rolle der Jugendlichen beim Aufbau des Friedens. Ein weiteres lokales Mittelmeer-Treffen für junge Menschen ist zudem für Ende August im Libanon vorgesehen, während die Odyssee des Bel Espoir, das während des Heiligen Jahres 2025 im Mittelmeer unterwegs war, bereits große Aufmerksamkeit erregt hat.
Dieses Schulschiff für den Frieden, das im vergangenen März von Barcelona aus gestartet und von Franziskus gesegnet worden war, wurde von Leo XIV. aufmerksam begleitet; eigens besuchte er das Schiff bei seinem Halt im Oktober in Ostia. Das von den 200 Jugendlichen auf See verfasste „Weißbuch des Mittelmeers“ wurde an diesem Donnerstag dem missionarischen Papst überreicht.
Leo XIV. und das Mittelmeer
In der Nachfolge von Franziskus verbirgt Leo XIV. sein Interesse an diesem von Krisen zerrissenen Mittelmeerraum nicht, in dem Flugzeugträger allgegenwärtig sind und den er entmilitarisieren möchte. Als Präfekt des Dikasteriums für die Bischöfe nahm Kardinal Prevost bereits im September 2023 an den Mittelmeer-Begegnungen in Marseille teil. Ein Jahr später, im Oktober 2024, war er in Rom an der Präsentationsveranstaltung des Bel Espoir am Rande der Synodensitzung beteiligt.
Der 266. Nachfolger Petri hat zudem den von Franziskus übergebenen „Stab des heiligen Paulus“ aufgenommen. In seinem ersten Pontifikatsjahr entschied sich Leo XIV., fünf Mittelmeerländer zu besuchen: die Türkei und den Libanon als bereits erfolgte erste Reise, Monaco, Algerien und Spanien sind vorgesehen. Damit wahrt er die Verbindung zu seinem Vorgänger, dessen letzter Besuch der Mittelmeerinsel Korsika galt und dessen allererste Reise nach Lampedusa führte.
(vatican news)
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