Gläubige trauern um den orthodoxen Patriarchen Ilia II. in Georgien Gläubige trauern um den orthodoxen Patriarchen Ilia II. in Georgien  (AFP or licensors)

Georgien: Orthodoxes Kirchenoberhaupt Ilia II. verstorben

Patriarch Ilia II., Oberhaupt der Georgischen Orthodoxen Kirche, ist am Dienstag im Alter von 93 Jahren verstorben. Das hat das georgische Patriarchat mitgeteilt.

Der Patriarch kämpfte seit vielen Jahren mit gesundheitlichen Problemen. Er verstarb in einem Krankenhaus in Tiflis.

Mehr als die Hälfte seines Lebens hatte Ilia II. als Kirchenoberhaupt verbracht. Als historisch galt sein Treffen mit Papst Franziskus am 30. September 2016 in Tiflis. Franziskus erklärte damals, Patriarch Ilia habe „ein neues Kapitel in den Beziehungen zwischen der Georgisch-Orthodoxen Kirche und der Katholischen Kirche aufgeschlagen“, indem er den ersten historischen Besuch eines georgischen Patriarchen im Vatikan vollzog.

Ilia übernahm die Leitung der Kirche in Georgien noch zu Sowjetzeiten. Als der Patriarch sein Amt antrat, gab es in Georgien nur 15 Diözesen und aufgrund der kommunistischen Verfolgungen nur noch 30 aktive Kirchen. Heute gibt es 47 Diözesen und circa 2.000 Kirchengemeinden sowie etwa 3.000 Geistliche. Ilia II. war die mit Abstand populärste Persönlichkeit Georgiens und galt als Integrationsfigur des Landes. Unter anderem hatte er rund 50.000 Patenkinder.

Geboren 1933

Patriarch Ilia II. (Geburtsname: Irakli Ghudushauri-Shiolaschwili) wurde am 4. Januar 1933 im nordossetischen Wladikawkas geboren. Nach der Schule studierte er am Theologischen Seminar bzw. der Theologischen Akademie in Moskau, wo er 1960 seinen Abschluss machte. Schon 1957 wurde er zum Mönch mit dem Namen Ilia geweiht, 1959 folgte die Priesterweihe. 1960 ging er zurück nach Georgien, wo er als Priester an der Kathedrale von Batumi seinen Dienst versah. 1963 wurde Ilia Bischof von Batumi-Schemokmedi und Patriarchalvikar. Zugleich übernahm er das Amt des Rektors des Theologischen Seminars von Mzcheta, der damals einzigen theologischen Ausbildungsstätte in Georgien.

1967 wurde Ilia nach Abchasien versetzt und dort 1969 zum Bischof bzw. Metropoliten geweiht. Am 23. Dezember 1977 wurde der damals 44-jährige Metropolit zum Patriarchen von Georgien gewählt. Die Inthronisation erfolgte am 25. Dezember 1977, seither trägt er den Namen Ilia II.

(kap / vatican news – gs)

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18. März 2026, 14:31