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Irak: Chaldäischer Patriarch Sako tritt zurück

Eine Ära in der christlichen Geschichte des Nahen Ostens geht zu Ende: Papst Leo XIV. hat an diesem Dienstag das Rücktrittsgesuch von Kardinal Louis Raphaël Sako angenommen. Der 77-jährige Patriarch von Bagdad, der die chaldäisch-katholische Kirche durch die dunkelsten Jahre des Terrors und der politischen Instabilität im Irak führte, zieht sich nach 13 Jahren an der Spitze des Patriarchats zurück.

Mario Galgano - Vatikanstadt

In einem persönlichen Schreiben, das zeitgleich mit der vatikanischen Mitteilung veröffentlicht wurde, stellte Sako klar, dass dieser Schritt in „voller Freiheit“ und aus eigenem Entschluss erfolgt sei. Bereits vor zwei Jahren, mit Erreichen der Altersgrenze von 75 Jahren, habe er den Rückzug erwogen, sei aber vom verstorbenen Papst Franziskus ermutigt worden, im Amt zu bleiben.

Rückzug in Gebet und Stille

„Ich habe mich entschieden, mein Gesuch bei Seiner Heiligkeit Papst Leo XIV. einzureichen, damit ich mich in Ruhe dem Gebet, dem Schreiben und dem einfachen Dienst widmen kann“, erklärte Sako. Um jeglichen Fehlinterpretationen vorzubeugen, betonte der Kardinal: „Niemand hat mich dazu gezwungen; es war mein eigener Wille.“

Sako blickt auf eine Amtszeit zurück, die von beispiellosen Herausforderungen geprägt war – darunter der Aufstieg des IS, die Vertreibung der Christen aus der Ninive-Ebene und die schwierige politische Lage im heutigen Irak. „Ich habe die chaldäische Kirche unter extrem schwierigen Umständen geführt“, so der Kardinal. Er habe keine Mühen gescheut, die Institutionen zu einen und die Rechte der irakischen Christen sowohl im Inland als auch auf internationalem Parkett zu verteidigen.

Bescheidenheit als Lebensmotto

In seinem Brief legte der Patriarch auch Rechenschaft über seinen persönlichen Besitz ab. Nach 52 Dienstjahren besitze er lediglich etwa 40 Millionen irakische Dinar (ca. 28.000 Euro) sowie kleinere Beträge in Dollar und Euro – Ersparnisse aus seinen Gehältern und dem Verkauf seines Elternhauses in Mossul.

„Ich besitze weder ein Haus noch ein Auto“, schrieb Sako. „Mein wahrer Reichtum ist mein hingebungsvoller Dienst und die 45 Bücher sowie zahlreichen Artikel, die ich veröffentlicht habe.“

Anforderungen an den Nachfolger

Für die Zukunft der chaldäischen Kirche wünscht sich Sako einen Nachfolger, der „solide theologische Bildung, Mut und Weisheit“ mitbringe. Besonders hob er hervor, dass das neue Oberhaupt an „Erneuerung, Offenheit und Dialog“ glauben müsse – und fügte mit einer persönlichen Note hinzu: „Er sollte auch Sinn für Humor haben.“ Sako versprach, die Arbeit seines Nachfolgers zu respektieren und sich niemals in dessen Amtsführung einzumischen.

Der Prozess zur Wahl eines neuen Patriarchen durch die chaldäische Bischofssynode soll in Kürze eingeleitet werden.

(vatican news)

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10. März 2026, 12:43