Die Abbildung zeigt eine Karte mit der Straße von Hormus und dem Iran Die Abbildung zeigt eine Karte mit der Straße von Hormus und dem Iran  (REUTERS)

Iran-Krieg: Exportrückgänge und Versorgungsengpässe in Afrika

Die Auswirkungen der Auseinandersetzungen im Persischen Golf und die damit verbundene Sperrung der Straße von Hormus beeinflussen zunehmend die Volkswirtschaften auf dem afrikanischen Kontinent. Neben den globalen Folgen für die Energiemärkte verzeichnen insbesondere Kenia, Südafrika und Ägypten Rückgänge in wichtigen Exportsektoren sowie steigenden Inflationsdruck.

In Kenia ist vor allem der Export von Fleischprodukten in die Golfregion betroffen, die den Hauptabnehmermarkt darstellt. Allein die Vereinigten Arabischen Emirate nehmen üblicherweise zwischen 40 und 60 Prozent der kenianischen Fleischexporte auf. Nicholas Ngahu, Leiter des Rats der Fleisch- und Viehexporteure Kenias, gab gegenüber Reuters an, dass die Exporte der Branche insgesamt um 15 Prozent zurückgegangen seien. Während des Ramadan verringerte sich das Geschäftsvolumen um weitere 5 Prozent.

Zusätzlich belasten gestiegene Logistikkosten den Sektor. Laut Dennis Muraya von der Konza Clearing Agency haben sich die Versandkosten pro Kilogramm Fleisch aufgrund gestiegener Versicherungsprämien fast verdreifacht. Das tägliche Versandvolumen sank infolgedessen von zweihundert Tonnen auf fünf Tonnen.

Südafrika: Blockaden im Obstsektor und bei der Energieversorgung

Südafrikas Agrarsektor verzeichnet erhebliche Störungen im Obstexport. Nach Daten der Branchenorganisation Hortgro werden normalerweise hohe Anteile der Ernte in den Nahen Osten geliefert, darunter 60 Prozent der Aprikosen, 34 Prozent der Pfirsiche und 21 Prozent der Birnen. Durch den Konflikt festgesetzte Frachtschiffe und stornierte Lieferungen ab den Häfen gefährden laut Medienberichten die Stabilität des Sektors, da der Binnenmarkt die Überschüsse nicht aufnehmen kann.

Gleichzeitig ist die Energieversorgung bedroht. Südafrika bezog im Jahr 2024 etwa 69 Prozent seiner Öl- und Dieselimporte aus Ländern wie Oman, Saudi-Arabien und den Emiraten. Eine dauerhafte Blockade der Straße von Hormus stellt somit ein Risiko für die nationale Treibstoffversorgung dar.

Ägypten: Inflationsdruck und Instabilität auf den Finanzmärkten

In Ägypten führt der Konflikt zu sozialen und finanzpolitischen Spannungen. Die Regierung sah sich gezwungen, eine Preisobergrenze für nicht subventioniertes Brot aus Privatbäckereien einzuführen, um die durch steigende Kraftstoffpreise getriebene Inflation abzufedern.

Auf den Finanzmärkten verzeichnet das Land einen Einbruch beim Verkauf von Staatsanleihen. Seit Beginn des Konflikts beläuft sich der Rückgang schätzungsweise auf fünf bis acht Milliarden US-Dollar. Da Ägypten diese Instrumente zur Finanzierung seiner Staatsschulden nutzt, erschwert die Kombination aus zweistelliger Inflation und sinkendem Investoreninteresse die Haushaltsplanung und erhöht das Risiko für soziale Instabilität.

(fides - mg)

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21. März 2026, 13:00