Eine Schule in Beirut, die in eine Notunterkunft umgewandelt wurde. Eine Schule in Beirut, die in eine Notunterkunft umgewandelt wurde. 

Libanon: Große Not durch Kriegshandlungen

Durch den Krieg sind im Libanon mehr als 290.000 Kinder innerhalb von nur zwei Wochen gewaltsam vertrieben worden, berichtet „Save the Children“. Die Vereinten Nationen sprechen von fast 900 Toten seit Kriegsbeginn.

Seit Beginn des anhaltenden Nahost-Kriegs seien im Libanon mindestens 886 Menschen getötet worden, teilten die Vereinten Nationen am Dienstag in Genf unter Berufung auf libanesische Behördenangaben mit. 

Viele Tote und zerstörte Infrastruktur

Israelische Luftangriffe hätten Hunderte Häuser und zivile Infrastruktur zerstört, darunter auch Gesundheitseinrichtungen, kritisierte das UN-Menschenrechtsbüro. Hunderttausende Libanesen seien auf der Flucht. Zugleich hätten Kämpfer der pro-iranischen Hisbollah-Miliz wahllos Raketensalven auf Israel abgefeuert. Auch dabei seien Wohngebäude sowie andere zivile Ziele getroffen worden.

UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk forderte abermals ein Ende der Kampfhandlungen. Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht müssten aufgeklärt, die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

Viele minderjährige Opfer

Unter den Todesopfern sind laut Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums auch über hundert Kinder. Der Konflikt unterbreche auch den Zugang zu lebenswichtiger medizinischer Versorgung, darunter für Kleinkinder, Schwangere und Krebspatienten, berichtet „Save The Children“. Viele Familien seien nur mit dem Nötigsten geflohen.

In Beirut hätten über 130.000 Menschen in überfüllten Schulen, die zu Sammelunterkünften umfunktioniert wurden, sowie in Sportstadien Zuflucht gesucht. Schätzungen zufolge teilen sich über fünfzig Menschen eine einzige Toilette, haben nur minimalen Zugang zu Küchen und leben in Unterkünften ohne Teppiche, Öfen und Decken in der winterlichen Kälte.

Massenflucht in der gesamten Region

Seit dem 2. März seien etwa 118.590 Menschen aus dem Libanon nach Syrien eingereist, so die Hilfsorganisation weiter. Darüber hinaus seien bis zu 3,2 Millionen Menschen im Iran vertrieben worden, seit Beginn der Feindseligkeiten kehrten täglich auch etwa 1.700 Afghanen aus dem Iran nach Afghanistan zurück.

Im Libanon verteilt die Organisation an der Grenze zu Syrien Hilfsgüter des täglichen Bedarfs wie Decken, Matratzen, Kissen, Babyartikel, Hygiene-Sets und Wasser und leistet erste psychologische Hilfe. Viele Menschen im Libanon erlebten bereits die zweite oder dritte Vertreibung in ihrem Leben; es gebe Familien, die in dieselben Unterkünfte zurückkehren, in denen sie bereits 2024 Zuflucht gesucht hatten.

Nachdem die Hisbollah zu Monatsbeginn als Vergeltung für die Tötung des iranischen Revolutionsführers Ali Chamenei Israel mit Raketen beschossen hatte, startete die israelische Armee einen großangelegten militärischen Angriff auf Ziele im Libanon. Diese erstrecken sich nicht nur auf das Grenzgebiet zu Israel, sondern auch auf Teile der Hauptstadt Beirut.

(pm/sir/kna – pr)
 

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17. März 2026, 14:01