Mexiko: Gewalt kann niemals Gewalt heilen
In einer Botschaft erklärte der Erzbischof von San Luis Potosí, Jorge Alberto Cavazos Arizpe, diese Woche, Gewalt könne niemals Gewalt heilen. Die Ereignisse vom 8. März erfüllten ihn mit Schmerz, schrieb er in einem Brief an die Gläubigen seiner Erzdiözese. Die Kirche erkenne gleichzeitig die schwierigen Lebensbedingungen vieler Frauen an und unterstütze ihren Ruf nach Würde, Sicherheit und Gerechtigkeit.
Randale und Gewalt
Der Erzbischof kritisierte die Angriffe auf religiöse Stätten, darunter ein bedeutendes Heiligtum in seiner Bischofsstadt, das „Templo de la Compañía“ genannt wird. Videos in sozialen Netzwerken zeigten brennende Türen an einer Kapelle des Gebäudes sowie Graffiti an der Fassade der Kathedrale. Kirchen seien Orte des Gebets, der Begegnung und des Trostes, besonders für Menschen, die unter Ungerechtigkeit litten, schrieb er. Deshalb sei es erschütternd, wenn gerade diese Orte Ziel von Gewalt würden. Mexiko brauche Gerechtigkeit und Frieden, nicht neue Formen der Konfrontation, so Cavazos.
Am Sonntag waren in zahlreichen Städten Mexikos zehntausende Menschen auf die Straße gegangen, um am Internationalen Frauentag gegen Gewalt gegen Frauen, Diskriminierung und Straflosigkeit zu protestieren. Menschenrechtsgruppen weisen darauf hin, dass in Mexiko täglich im Durchschnitt etwa zehn Frauen Opfer eines Femizids werden. Die Demonstrationen verliefen nicht friedlich, denn vielerorts kam es zu Sachbeschädigungen. In etlichen Städten versuchten Katholiken, Kirchen vor möglichen Angriffen zu schützen. Gläubige stellten sich vor Kathedralen und Pfarrkirchen oder bildeten Menschenketten rund um die Gebäude. Auch zivile Gebäude waren Ziele der Angriffe.
Schmerz sollte zu Dialog führen
Die mexikanische Bischofskonferenz äußerte sich ebenfalls zu den Vorfällen. Mexiko brauche „Gerechtigkeit und Frieden, nicht mehr Gewalt“, hieß es in einer Erklärung. Kirchen seien Orte der Hoffnung und des Friedens, die den Menschen spirituellen Beistand böten. Zugleich betonten die Bischöfe ihre Solidarität mit Frauen, die unter Gewalt und Ungerechtigkeit litten. Die Demonstrationen erinnerten daran, dass viele Frauen weiterhin Gerechtigkeit, Sicherheit und Respekt für ihre Würde einforderten. Der Schmerz der Betroffenen dürfe nicht spalten, sondern müsse zu Dialog, Begegnung und gemeinsamen Wegen der Gerechtigkeit führen.
Die vom Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Bischof Ramón Castro Castro, sowie von Generalsekretär Héctor Pérez Villarreal unterzeichnete Erklärung ruft die staatlichen Behörden und die Justiz auf, die legitimen Forderungen vieler Frauen nach Sicherheit und Gerechtigkeit wirksamer zu beantworten. Die Proteste machten deutlich, dass Frauen weiterhin Schutz und Respekt für ihre Würde versagt werde.
(kap – pr)
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