Indien: Aktivistinnen fordern Frauenquote im Parlament
Das indische Parlament hatte im September 2023 einen entsprechenden Verfassungszusatz verabschiedet, der eine solche Frauenquote vorsieht. Seine Umsetzung wurde allerdings bis zum Abschluss der Wahlkreisreform im Jahr 2029 verschoben. Zwischen Regierung und Opposition besteht derzeit ein Streit über die konkrete Umsetzung der Frauenquote. Die Opposition wirft der Regierung vor, die Frauenquote an die Wahlkreisreform zu knüpfen. Statt der Rechte der Frauen stehe nur die Erhöhung der Sitze im Unterhaus im Fokus, so der Vorwurf.
Sofortige Umsetzung
Schwester Mary Scaria, eine Anwältin, die am Obersten Gerichtshof Indiens praktiziert, warf der Regierung vor, Politik mit der Frauenquote zu betreiben. Die Bundesregierung könne den Beschluss von 2023 problemlos umsetzen, wenn sie es „wirklich ernst meine“, so die Ordensfrau am Montag im Interview mit der Nachrichtenagentur UCA News.
Auch die Vorsitzende der Indischen Christlichen Frauenbewegung Joycia Thorat forderte die sofortige Umsetzung der Quote. Sie appellierte an die Politiker, unverzüglich zu handeln. Thorat gehört zu den Vertreterinnen der über 60 Frauengruppen, die eine an die Wahlkreisreform geknüpfte Frauenquote ablehnen.
(uca news – cf)
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