Irak: Amtseinführung von Patriarch Paul III. Nona am 29. Mai
Amel Shamon Nona (58) wurde am 12. April von der Synode der chaldäisch-katholischen Bischöfe zum neuen Oberhaupt der Kirche gewählt. Er tritt die Nachfolge von Patriarch Kardinal Louis Raphael Sako (76) an, dessen Rücktrittsgesuch Papst Leo XIV. im März entsprochen hatte. Mit der Wahl nahm Nona den Namen Paul III. an.
Stationen zwischen Australien und dem Irak
Vor seiner Wahl zum Patriarchen war Nona als chaldäischer Erzbischof für Australien und Neuseeland tätig. Nach der Bischofssynode in Rom wird er in dieser Woche zunächst an seinem bisherigen Dienstsitz in Australien zurückerwartet. Für Dienstagabend ist eine Feier in der chaldäischen Kathedrale in Sydney angesetzt.
Der neue Patriarch stammt aus Alqosh im Nordirak. Er leitete die Erzdiözese in Australien seit 2015. Zuvor war er Erzbischof von Mossul, wo er im Jahr 2014 die Vertreibung der christlichen Bevölkerung durch die Miliz „Islamischer Staat“ (IS) miterlebte. Wie die übrigen Mitglieder der christlichen Gemeinschaften in der Ninive-Ebene musste auch Nona zu diesem Zeitpunkt ins Exil gehen.
Struktur und Verbreitung der chaldäischen Kirche
Die chaldäisch-katholische Kirche entstand im 16. Jahrhundert aus der Assyrischen Kirche des Ostens. Heute umfasst sie weltweit etwa 650.000 Mitglieder. Während sich der offizielle Sitz des Patriarchen in der irakischen Hauptstadt Bagdad befindet, lebt inzwischen ein wesentlicher Teil der Gläubigen in der Diaspora, vor allem in den USA, Australien und Westeuropa.
Innerhalb Europas bilden Schweden mit rund 30.000, Deutschland mit etwa 18.000 und Frankreich mit circa 14.000 Gläubigen die größten chaldäischen Gemeinschaften. In Österreich leben nach aktuellen Informationen rund 1.000 chaldäische Christen. Im Nahen Osten verbleiben signifikante Gemeinden im Irak sowie in Syrien, im Libanon und im Iran.
(pro oriente/kap - mg)
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