Papstbesuch im Seniorenheim: „Ein einzigartiger Moment“
Dulce Araújo - Saurimo
Einige Dutzend Senioren leben in dem Heim, das derzeit renoviert wird; die Nachricht vom Besuch des Papstes haben sie mit großer Freude aufgenommen. Einige von ihnen wurden von der Polizei hierher gebracht, weil sie von ihren Familienangehörigen misshandelt wurden, die sie unter dem Vorwurf der Hexerei im Stich gelassen haben – ein in Angola nach wie vor verbreitetes Problem.
„Alt zu sein ist ein großer Segen. Es ist schön, Zeit mit den Großeltern zu verbringen (...) wir schätzen das Leben“, erklärt Georgina Mwandumba gegenüber Vatican News. Sie leitet seit sieben Jahren das Seniorenheim in Saurimo, auf Portugiesisch Lar de acolhimento genannt - das Wort Lar bedeutet Haus oder Feuerstätte und weist auf das familiäre Umfeld hin, das in der Einrichtung geschaffen werden soll. Das Haus ist Eigentum des angolanischen Staates, besteht seit 14 Jahren und beherbergt 62 Senioren, 26 von ihnen Männer und 36 Frauen.
Mwandumba betont die ausgezeichneten Beziehungen zur Kirche, die den Bewohnern nicht nur geistlichen Beistand leistet, sondern auch mit Spenden zur Unterstützung der Einrichtung beiträgt. Finanzielle Beiträge kommen auch von Vereinen und Wohltätern, doch ist es vor allem der monatliche Beitrag des Staates, der den Betrieb des Altenheims sicherstellt. Die dort lebenden Senioren bewirtschaften Brachland, um sich zu beschäftigen und um zu ihrem eigenen Lebensunterhalt beizutragen. Doch alles, was sie benötigen, von der Verpflegung bis zur medizinischen Versorgung, wird von der Einrichtung gewährleistet. Das Gesundheitszentrum des Altenheims versorgt auch die Bewohner der umliegenden Dörfer.
Renovierung dank des Papstbesuchs
Die Unterkunft, die in zwei Flügel unterteilt ist – einen für Frauen und einen für Männer –, präsentiert sich anlässlich des Papstbesuchs in neuem Glanz, und einige Verbesserungen, die die Leiterin schon seit Langem gefordert hatte, wie der Anschluss an das Stromnetz von Saurimo (statt eines Generators) und fließendes Wasser, sind wohl dank des hohen Besuchs nun Realität und erleichtern das Leben, bemerkt Georgina: „Es ist ein Segen, der vom Himmel gekommen ist, und wir sind schon glücklich!“
Das Altenheim liegt etwa 10 km von der Stadt Saurimo entfernt. Die 62 Bewohner sind zwischen 60 und 93 Jahre alt, einige von ihnen befinden sich in einem prekären Gesundheitszustand. Einige von ihnen wurden von der Polizei hierhergebracht - zuvor waren sie von ihren Familienangehörigen misshandelt und unter dem Vorwurf der Hexerei im Stich gelassen worden. Doch Georgina Mwandumba sieht die Zunahme ähnlicher Fälle eher als Vorwand, um sich der Verantwortung für die Pflege älterer Menschen zu entziehen. Ihr eindringlicher Appell ist es deshalb, ältere Menschen wertzuschätzen – und den Besuch des Papstes bei diesen „ausgestoßenen“ Menschen sieht sie in diesem Zusammenhang als eine unschätzbare Lektion.
Familien kommen nur selten vorbei
Diese älteren Menschen, so sagt sie, seien im Altenheim glücklich, verstünden sich gut untereinander und gingen gemeinsam zur Messe, selbst wenn nicht alle katholisch sind: doch es könne kein Zweifel bestehen, dass sie lieber bei ihren Familien wären, die sie nur selten besuchen kommen.
Der Besuch des Papstes im Altenheim werde daher ein Moment großer Freude für diese Männer und Frauen sein, die bei dieser Gelegenheit einmal im Mittelpunkt stehen werden, ist sich die Leiterin der Einrichtung sicher.
Die Vorbereitungen für den Empfang von Papst Leo laufen bereits auf Hochtouren: Einige Reden sind geplant, Lieder und weitere Überraschungen. Dieser Besuch – so hofft Georgina – könnte auch zur Einrichtung einer Kapelle innerhalb des Aufnahmezentrums führen, wo derzeit die Priester die Sonntagsmesse in einem kleinen, dafür vorgesehenen Raum feiern. Der Traum der Leiterin ist es, mehr Personal zu haben, um die älteren Menschen zu betreuen.
Derzeit gibt es eine Leiterin, eine Verwaltungsleiterin, eine Sozialarbeiterin sowie Küchen- und Reinigungspersonal. Was Georgina Mwandumba jedoch am meisten beschäftigt, ist, der absurden Frage der Hexerei und ihrer Nutzung als Vorwand, um ältere Menschen im Stich zu lassen, ein Ende zu setzen. Auf die Frage nach dem Zusammenhang zwischen diesem Thema und dem Motto des Papstbesuchs in Angola – „Pilger der Hoffnung, der Versöhnung und des Friedens“ – erinnert Georgina daran, dass „der Frieden in unseren Familien beginnen muss“.
(vatican news - cs)
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