Alessandro Zanardi, ehemaliger Formel-1-Pilot und italienischer Paralympics-Sieger im Handbike Alessandro Zanardi, ehemaliger Formel-1-Pilot und italienischer Paralympics-Sieger im Handbike  (AFP or licensors)

Papst Franziskus über verstorbenen Sportler Zanardi: „ein Beispiel“

Für Papst Franziskus war er ein „Beispiel“ – Alessandro Zanardi. Der ehemalige Formel-1-Pilot und italienische Paralympics-Sieger starb am 1. Mai im Alter von 59 Jahren.

Eugenio Murrali und Birgit Pottler - Vatikanstadt

Zanardis Leben veränderte sich im September 2001 durch einen schweren Rennunfall, bei dem er beide Beine verlor. Danach gab er nicht auf, sondern widmete sich dem Handbike und gewann vier Gold- und zwei Silbermedaillen bei den Spielen in London 2012 und Rio 2016.

„Danke, dass Sie denen Kraft gegeben haben, die sie verloren hatten“

Im Jahr 2020 ein weiterer Unfall: ein Zusammenstoß mit einem Lastwagen bei einem von ihm organisierten Straßen-Benefizrennen. Zanardi kämpfte um sein Leben. Papst Franziskus schrieb einen Brief:

„Lieber Alessandro, Ihre Geschichte ist ein Beispiel dafür, wie man nach einem plötzlichen Stillstand neu beginnen kann. Durch den Sport haben Sie gelehrt, das Leben als Protagonisten zu leben und aus der Behinderung eine Lehre der Menschlichkeit zu machen. Danke, dass Sie denen Kraft gegeben haben, die sie verloren hatten.“

Zanardi unterstützte mehrfach den vatikanischen Sportverband „Athletica Vaticana“. Im Jahr 2020 verfasste er das Vorwort für ein Buch mit Gedanken über den Sport von Papst Franziskus, das unter dem Titel Friedensspiele für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2024 neu aufgelegt wurde.

Zanardi: mehrfacher Paralympics-Sieger und Organisator von Benefizrennen nach der Formel1-Karriere
Zanardi: mehrfacher Paralympics-Sieger und Organisator von Benefizrennen nach der Formel1-Karriere

Vorwort für Papstbuch

Darin reflektierte er auch darüber, wie junge Menschen in einer „hypertechnologischen, konsumorientierten und sich ständig wandelnden Welt“ inspiriert werden können:

„Unabhängig davon, ob man sich der Welt, mit der man im Wettbewerb steht, stellt oder nicht: Glück kommt aus etwas anderem. Jeden Tag eine Sache, ein Schritt… Und wir – mit ein paar grauen Haaren – können unseren Jugendlichen helfen, die Botschaft zu entschlüsseln, die viele Athleten vermitteln, wenn sie als Erste die Ziellinie überqueren. Diese Botschaft liegt nicht im Erfolg dieses Augenblicks, sondern fügt sich nur dem Guten hinzu, das ihren Weg wunderbar geprägt hat. Leidenschaft ist das Schlüsselwort: dieses wunderbare Etwas, das Dinge geschehen lässt und unser Leben segnen kann, wenn wir zulassen, dass es uns führt.“

„Man muss Entscheidungen treffen“

Aufmerksamkeit für seine Mitmenschen war für Zanardi wichtig: „Man muss zuhören können“, erklärte er 2020 in einem Interview mit Radio Vatikan, „muss Lebensbeispiele finden. Dann aber muss man Entscheidungen treffen, man kann nicht immer alles delegieren.“

Der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella würdigte Zanardi kurz nach Bekanntwerden der Todesnachricht auf X.: Zanardi sei über all die Jahre hinweg „ein Bezugspunkt für den gesamten Sport“ gewesen – geschätzt und bewundert für Mut, Widerstandskraft und seine Fähigkeit, Begeisterung zu vermitteln. Werte, die, wie der Quirinalspalast betonte, „weit über die Welt des Sports hinausgehen“.

(vatican news)

 

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02. Mai 2026, 14:47