Halten von Händen in einem Krankenhaus Halten von Händen in einem Krankenhaus  (©pattilabelle - stock.adobe.com)

Südkorea: KI-Ethik-Kodex für katholisches Krankenhaus

Das Catholic Medical Center (CMC) in Seoul hat das landesweit erste Ethik-Konzept für Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen vorgestellt. Anliegen ist dabei, Menschlichkeit bei der Betreuung Kranker zu gewährleisten und zu garantieren, dass der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen niemals außer Kontrolle gerät.

Das Konzept soll in der Universitätsklinik der katholischen Universität von Korea umgesetzt werden, berichtete Ucanews mit Verweis auf eine Pressemeldung der Erzdiözese Seoul. Die Gesundheitseinrichtung zähle zu den Vorreitern auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz im Gesundheitswesen.

Das KI-Ethik-Konzept sei am Donnerstag bei einem Symposium vorgestellt worden, hieß es. Daran nahmen laut Erzdiözese der Erzbischof von Seoul Peter Chung Soon-taek, der Vatikandiplomat Erzbischof Giovanni Gaspari und weitere Würdenträger, Gesundheitsexperten und Politiker teil.

Ethische Leitprinzipien

Der neue Kodex verabschiedet vier Leitprinzipien, die eine wichtige Bedeutung für das Catholic Medical Center haben und Werte widerspiegeln. Dazu zählen Menschlichkeit und Eigenverantwortung; Vertrauenswürdigkeit und Datenethik, sowie soziale Gerechtigkeit und Verantwortung.

Diese vier Grundsätze werden durch zwölf praktische Leitlinien konkretisiert. Damit soll sichergestellt werden, dass die Entwicklung und der Einsatz von künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen niemals außer Kontrolle gerät.

Der unersetzliche Akt der Begleitung

In einer Ansprache erklärte Erzbischof Chung, das Wesen der Medizin liege nicht bloß in der Weitergabe von Wissen, sondern in „einer menschlichen Beziehung, in der ein Mensch den anderen anerkennt und achtet“. Somit sei eine Maschine zwar in der Lage, Leiden zu analysieren, aber sie könne einen Menschen dabei nicht begleiten. Dieser unersetzliche Akt der Begleitung, betonte er, „muss immer in der Verantwortung der Menschen bleiben“.

„dass die Leidenden durch die Anwesenheit von medizinischem Fachpersonal an ihrer Seite weiterhin spüren können, dass sie von Gott geliebt sind“

„Selbst wenn Künstliche Intelligenz eines Tages vollständig in den medizinischen Bereich integriert sein sollte, bete ich darum, dass die Leidenden durch die Anwesenheit von medizinischem Fachpersonal an ihrer Seite weiterhin spüren können, dass sie von Gott geliebt sind“, fügte er hinzu.

Der Apostolische Nuntius, Erzbischof Giovanni Gaspari, schloss sich ihm an und führt weiter aus: „Die wirklich wichtige Aufgabe besteht jedoch nicht darin, Künstliche Intelligenz zu vermenschlichen, sondern das zutiefst Menschliche in einer Welt zu bewahren und zu pflegen, die immer technischer wird“.

(ucanews - nm)

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.

08. Mai 2026, 12:23