Zerstörte Kirche in der Ukraine Zerstörte Kirche in der Ukraine 

Ukraine: Mehr als ein Drittel der Priester lebt unter der Armutsgrenze

Eine Umfrage bringt die finanzielle Not ans Licht, die 38 Prozent der griechisch-katholischen Priester in der Ukraine betrifft. Ihnen fehle das Geld, um Kleidung und Schuhe zu kaufen, so Großerzbischof Schewtschuk.

Mehr als ein Drittel der mit Rom verbundenen Geistlichen in der Ukraine lebt laut einer Studie unter der Armutsgrenze. Das Oberhaupt der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche, Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk, äußerte sich dazu in seiner wöchentlichen Videobotschaft. Am Sonntagabend sagte er: „38 Prozent unserer Geistlichen verfügen nicht über ausreichend Geld für Kleidung und Schuhe." Drei Prozent könnten sich nicht mal selbst mit Essen versorgen. Schewtschuk berief sich auf die von seiner Kirche in Auftrag gegebene Studie des unabhängigen Meinungsforschungsinstituts Fama aus Lwiw (Lemberg). Er beklagte, dass unter dieser schweren sozialen Notlage nicht nur die Priester selbst litten, sondern auch ihre Ehefrauen und Kinder. Wie orthodoxe Priester sind die meisten griechisch-katholischen Geistlichen verheiratet.

Trotz schwieriger Umstände glücklich darüber, Gott und dem ukrainischen Volk zu dienen

Wie der Großerzbischof betonte, hätten 92 Prozent der befragten Priester erklärt, zufrieden mit ihrer Tätigkeit zu sein. „Trotz äußerst schwieriger und manchmal unerträglicher Umstände sind sie glücklich darüber, Gott und dem ukrainischen Volk zu dienen", so Schewtschuk. Er dankte den Priestern und ihren Familien für ihre „aufopferungsvolle Selbsthingabe" und dafür, „dass sie alle Schwierigkeiten teilen, die unser Volk durchmacht".

In der Ukraine gibt es keine Kirchensteuer wie in Deutschland. Geistliche finanzieren ihren Lebensunterhalt durch Kollekten während der Gottesdienste, durch freiwillige Spenden der Gläubigen und den Verkauf von Kerzen. In dem mehrheitlich orthodox geprägten Land bekannten sich in einer jüngsten landesweiten Umfrage sechs Prozent der Erwachsenen zur griechisch-katholischen Kirche.

(kna – nm)

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18. Mai 2026, 11:45