Nach einer Messe für Überlebende sexualisierter Gewalt in der Kirche Nach einer Messe für Überlebende sexualisierter Gewalt in der Kirche 

USA: Missbrauchsaufarbeitung bei Bischofskonferenz im Juni

Die Bischöfe der Vereinigten Staaten von Amerika versammeln sich vom 10. bis 12. Juni in Orlando, Florida, zu einer Vollversammlung. Im Fokus stehen besonders die Missbrauchsaufarbeitung, sowie die Weihe des Landes an das Heiligste Herz Jesu zum 250. Jahrestags der Unabhängigkeit der USA.

Die Weihe findet am Donnerstag, dem 11. Juni, anlässlich des 250. Jahrestags der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung am 4. Juli statt. Die Initiative soll eine breitere Beteiligung der Katholiken an der Gedenkfeier fördern und wird live auf dem YouTube-Kanal der USCCB übertragen. 2024 veröffentlichte Papst Franziskus seine Enzyklika „Dilexit nos“ (Er hat uns geliebt) über die menschliche und göttliche Liebe des Heiligsten Herzens Jesu und hob die Verehrung als Gegenmittel zur modernen Oberflächlichkeit hervor.

Frühjahrsvollversammlung

Die Vollversammlung der USCCB wird öffentliche Sitzungen am 10. und 11. Juni umfassen, die per Livestream übertragen werden. Erzbischof Paul Coakley von Oklahoma City wird den öffentlichen Teil der Vollversammlung mit einer Ansprache eröffnen; dies ist seine erste als Vorsitzender der Bischofskonferenz. Ebenfalls erwartet wird ein Beitrag von Erzbischof Gabriele Giordano Caccia, Apostolischer Nuntius in den Vereinigten Staaten.

Die Versammlung findet zudem in einer besonderen Phase für die katholische Kirche in den USA statt: Mit Leo XIV. steht erstmals ein US-Amerikaner an der Spitze der Weltkirche.

Abstimmen wollen die US-Bischöfe unter anderem über Genehmigungen für eine neue Edition des Lektionars für die Messe. Darüber hinaus sind Themen wie die Teilnahme der US-Kirche am Weltjugendtag 2027 in Seoul, Südkorea oder den aktuellen Stand der katholischen Gefängnisseelsorge vertreten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt jedoch auf der Missbrauchsaufarbeitung.

Schutz für Kinder und Jugendliche

Hierzu werden die Bischöfe eine Überarbeitung der Charta zum Schutz von Kindern und Jugendlichen erörtern. Dabei befassen sie sich besonders mit Aspekten, die die Schutzmaßnahmen verstärken sollen und das Dokument an das reformierte Buch VI des Kodex des kanonischen Rechts sowie an das Vademecum des Dikasteriums für Glaubenslehre. Die Überarbeitung sei notwendig, damit „die Strukturen zur Reaktion auf Vorwürfe weiterhin bestehen bleiben“. Dies soll das anhaltende Engagement der Bischöfe für die Prävention von Missbrauch und Gewährleistung unterstreichen.

Der Ausschuss für den Schutz von Kindern und Jugendlichen erklärt, dass es durch die Änderungen zu einem Gleichgewicht kommen soll. Einerseits soll die Sensibilität gegenüber den Opfern und Überlebenden und andererseits das Bewusstsein für ein ordnungsgemäßes Verfahren gewahrt bleiben. Dabei muss auf die Rechte der Beschuldigten und auf das Kirchenrecht geachtet werden.

(vatican news – nm) 

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.

19. Mai 2026, 13:51