Frankreich: Erwachsenentaufen verändern kirchliches Leben
Die steigende Zahl von Katechumenen und Neugetauften in Frankreich führt zu spürbaren Veränderungen in den Gemeinden. Mit diesem Eindruck ist eine Delegation der Jugendkommission und der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz von einer mehrtägigen Reise nach Frankreich zurückgekehrt. Im Mittelpunkt der Begegnungen standen die Ursachen des Taufanstiegs und dessen Folgen für die pastorale Praxis. Die Erkenntnisse der Reise sollen nun in die weiteren Beratungen der Deutschen Bischofskonferenz einfließen.
Transformation der Pfarreien
Die Delegation hielt sich vom 8. bis 12. Juni im Erzbistum Paris sowie in den Bistümern Créteil und Saint-Denis auf. Dort trafen die Teilnehmer mit Vertretern der Französischen Bischofskonferenz, Taufbegleitern, Katechumenen, Neugetauften sowie Wissenschaftlern zusammen. „Die Begegnungen in Frankreich haben uns beeindruckt“, erklärte der Vorsitzende der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf fasst die Reise zum Abschluss zusammen. Die Delegation habe erlebt, „wie Menschen den Weg zum Glauben finden“, und persönliche Zeugnisse von Neugetauften hören können.
Nach den Worten Kohlgrafs wurde in den Gesprächen deutlich, dass die wachsende Zahl von Erwachsenentaufen sich um ein pastorales Phänomen handle, das zunehmend zur Transformation der Pfarreien beitrage. Die Veränderungen vollzögen sich dabei nicht losgelöst von den Gemeinden, sondern seien eng mit ihnen verbunden. Wie sich diese Entwicklung langfristig auf das Leben der Pfarreien auswirkt und welche pastoralen Konsequenzen daraus erwachsen, gehört zu den zentralen Zukunftsfragen der Kirche in Frankreich.
Austausch mit Französischer Bischofskonferenz
Dies sei auch bei einem Austausch im Sekretariat der Französischen Bischofskonferenz deutlich geworden. Dort sprach die deutsche Delegation unter anderem mit Bischof Olivier Leborgne, Präsident der Kommission „Initiation et Vie Chrétienne“, Catherine Chevalier, die für Katechese, Katechumenat und Familien zuständig ist, sowie dem Lyoner Erzbischof Olivier de Germay.
Im Mittelpunkt der Überlegungen stand die Aufnahme zahlreicher Neugetaufter und wie dies die Gestalt kirchlichen Lebens verändere. Ebenfalls werfe es neue Fragen nach Gemeinschaft, Beteiligung und Glaubensvertiefung auf.
Durch digitale Kanäle zum Glauben
Während ihres Aufenthalts traf die Delegation zudem zwei katholische Influencer. Dabei zeigte sich nach Angaben der Teilnehmer, dass Menschen heute auf sehr unterschiedlichen Wegen mit dem christlichen Glauben in Berührung kommen – im Gottesdienst, durch persönliche Gespräche, durch glaubwürdige Glaubenszeugen und zunehmend auch über digitale Kanäle.
(pm – nm)
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