Eine vertriebene Frau in Myanmar Eine vertriebene Frau in Myanmar  (AFP or licensors)

Myanmar: Heftige Kämpfe im Bundesstaat Kachin

Mitten in den heftigen Kämpfen im myanmarischen Bundesstaat Kachin setzt Bischof John Mung Ngawn La Sam auf Glauben und Hoffnung. Die Gläubigen erinnert er daran, dass „wir ohne Gottes Hilfe nichts tun können.“

Der Bundesstaat Kachin wird aufgrund des anhaltenden Bürgerkriegs in Myanmar von heftigen Kämpfen erschüttert. In der im Norden des Landes gelegenen Region dauern die Zusammenstöße zwischen dem Militär und Oppositionsgruppen an. Dazu gehören die Volksverteidigungskräfte und bewaffnete Gruppen ethnischer Minderheiten wie die "Kachin Independence Army" (KIA). Insgesamt bleibt die Lage äußerst instabil.

„Lasst uns mehr beten“

Der Bischof von Myitkyina, John Mung Ngawn La Sam, appellierte aus der Hauptstadt des Bundesstaates an die Gläubigen: „Jesus sagt uns im Evangelium: Fürchtet euch nicht. Das ist mein Motto. Gott wird uns helfen, egal was passiert. In unserer Situation müssen wir uns Gott anvertrauen. Ich sage meinen Gläubigen: Lasst uns mehr beten.“

Der Bischof erklärt, dass „die Menschen ums Überleben kämpfen“. Das gesamte Bildungssystem sei zwar durch den Krieg zersplittert oder lahmgelegt, aber die Bildung sei „dem guten Willen vieler Menschen anvertraut, wie zum Beispiel den Ordensschwestern und Katecheten, die informelle Kurse für Kinder und Jugendliche organisieren“.

„Die Menschen haben sich fast schon an dieses prekäre Leben gewöhnt“

„In unserer Situation“, fährt er fort, „leben wir von Tag zu Tag. Die Gläubigen mussten ihre Dörfer und Pfarreien verlassen, sie wurden zur Flucht gezwungen. An vielen Orten, wie beispielsweise in Flüchtlingslagern und informellen Siedlungen, ist die Situation fast schon zur "Normalität" geworden. Mit anderen Worten: Die Menschen haben sich fast schon an dieses prekäre Leben gewöhnt, das jedoch nicht unsere Zukunft sein kann“, erklärt er.

Junge Menschen als Hoffnung

Nach den jüngsten Schätzungen des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen seien etwa 250.000 Menschen im Bundesstaat Kachin von den schwerwiegenden humanitären Folgen betroffen. „Sie sind in Flüchtlingslagern in bewaldeten Gebieten untergebracht. Dort leben alle zusammen: Christen und Buddhisten. Hin und wieder besuche ich sie, und wir feiern gemeinsam die Messe. In den ersten Monaten des Jahres 2026 habe ich bis zu 900 Firmungen bei Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 15 Jahren gespendet. Das sind junge Menschen, in deren Augen und Herzen das Licht Christi leuchtet: Sie sind unsere Hoffnung, ihr Leben ist ein großes Zeichen der Hoffnung“, betont er.

„Sie sind unsere Hoffnung, ihr Leben ist ein großes Zeichen der Hoffnung“

„Ich höre mir das Leid der Vertriebenen an und bin tief bewegt. Über Karuna, unsere Caritas, helfen wir ihnen und versorgen sie mit dem Nötigsten. Wir müssen von ganzem Herzen Glauben und Hoffnung haben. Wir müssen daran glauben, dass das nächste Jahr besser wird als dieses. Deshalb hoffen wir, dass ein Prozess der nationalen Versöhnung beginnen kann, der – so Gott will – möglich sein wird und den Frieden wiederherstellt“, fasst er abschließend zusammen.

Kämpfe seit 2021

Der im äußersten Norden des Landes gelegene und an China sowie Indien angrenzende Bundesstaat Kachin ist einer der Staaten, die am stärksten von dem Bürgerkrieg betroffen sind, der nach dem Militärputsch im Februar 2021 ausgebrochen war. Der Konflikt in der Region hat jedoch tiefere Wurzeln: Der Waffenstillstand zwischen der myanmarischen Armee und der KIA war bereits 2011 gescheitert, bei dem Konflikt ging es auch um die Kontrolle über natürliche Ressourcen wie Holz und Jade-Minen.

In Myitkyina, der Hauptstadt des Bundesstaates Kachin, befindet sich derzeit das Hauptquartier des Nordkommandos der myanmarischen Armee. Die Stadt wird weiterhin streng von Regierungstruppen bewacht. In den umliegenden Gebieten ist das Territorium Schauplatz von Zusammenstößen, Kämpfen, Hinterhalten und Bombenangriffen, die schwerwiegende Folgen für die Zivilbevölkerung haben.

(fides – nm)

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24. Juni 2026, 11:27