Bei einer Demonstration anlässlich des Tages der Demokratie in Abuja Bei einer Demonstration anlässlich des Tages der Demokratie in Abuja  (Marvellous Durowaiye)

Nigeria: Aufrufe gegen die zunehmende Unsicherheit

In Nigeria wächst die Sorge über die anhaltende unsichere Lage im Land: Kirchenvertreter und muslimische Führer schlagen Alarm und rufen zu entschlossenem Handeln sowie verstärktem Gebet für Frieden auf.

Die Sicherheitslage in Nigeria gibt weiterhin Anlass zu großer Sorge. Der Vizepräsident der Katholischen Bischofskonferenz (CBCN), Erzbischof Alfred Adewale Martins, schildert die tägliche Realität vieler Menschen: „Jeden Tag, wenn wir aufwachen, hören wir Nachrichten über Gräueltaten, die von Boko Haram, Banditen und Kriminellen aller Art im ganzen Land begangen werden.“ Er verwies auf Entführungen, Angriffe auf die Sicherheitskräfte und Zwangsvertreibungen ganzer Gemeinden in verschiedenen Regionen Nigerias.

Frieden und Sicherheit

Im Rahmen einer Dankesmesse am Dienstag, 16. Juni, in der Kathedrale Santa Croce in Lagos rief Martins den Präsidenten Bola Tinubu auf, entschiedene Maßnahmen zur Wiederherstellung von Frieden und Sicherheit im Land zu ergreifen.

„Es wird immer schwieriger zu verstehen, was in unserem Land vor sich geht“

„Es vergeht kein Tag, an dem nicht Berichte über Menschen eintreffen, die von sogenannten Banditen und anderen Kriminellen entführt wurden, über Soldaten, darunter auch Generäle, die in Hinterhalte geraten und getötet wurden, über Menschen, die gezwungen sind, ihre Häuser zu verlassen, und sogar über traditionelle Führer, die aus Angst vor gewalttätigen Angriffen aus ihren Gebieten fliehen“, erklärte Erzbischof Martins und fügte hinzu: „Es wird immer schwieriger zu verstehen, was in unserem Land vor sich geht.“

Verstärktes Gebet

Auch aus muslimischen Kreisen kamen mahnende Worte: Der Sultan von Sokoto, Alhaji Muhammad Sa’ad Abubakar, zugleich Vorsitzender der Jama’atu Nasril Islam (JNI), warnte ebenfalls vor einer sich zuspitzenden Lage. In einer ebenfalls am 16. Juni veröffentlichten Erklärung forderte er die Gläubigen zu verstärktem Gebet für das Land auf und betonte, dass die neue Welle der Gewalt und Unsicherheit bisherige Gegenmaßnahmen zunehmend übersteige.

Insbesondere bat der Sultan darum, das Freitagsgebet am 19. Juni gezielt für Fürbitten der Bewältigung der sozialen Missstände zu widmen, unter denen Nigeria leidet.

(fides – nm)

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19. Juni 2026, 13:58