Zur Spanien-Reise des Papstes: Gedenkfeier für auf See verstorbene Migranten
Die Insel „El Hierro" zählt zu den wichtigsten Ankunftsorten der Atlantikroute auf den Kanarischen Inseln. Im Hafen von La Restinga im Süden der Insel fand am Samstag (6. Juni), eine Gedenkfeier für die Opfer der Migration über den Atlantik statt. Dabei wurde sowohl der Menschen gedacht, die auf See ihr Leben verloren haben, als auch jener, die die Überfahrt überlebt und die Küste erreicht haben. Die Insel gehört zur Diözese Nivariense, zusammen mit Teneriffa, La Palma und La Gomera.
Eine der gefährlichsten Routen
Die sogenannte Kanarenroute beginnt überwiegend an der westafrikanischen Küste. Immer wieder machen sich Migranten in kaum seetüchtigen Booten auf den Weg zu den Kanarischen Inseln. Die Überfahrt gilt als eine der gefährlichsten Migrationsrouten der Welt. Nach Angaben der kanarischen Regionalregierung nahm El Hierro, mit seinen rund 11.700 Einwohnern, im vergangenen Jahr fast die Hälfte der irregulären Boote auf, die den Archipel erreichten. Allein im Jahr 2024 landeten 23.994 Migranten an den Küsten der Insel, mehr als die Hälfte der 46.843 Ankünfte auf den Kanarischen Inseln.
Papstreise mit Fokus Migration
Unter dem Motto „El Hierro blickt nach oben“ organisierte die örtliche katholische Gemeinde die Initiative als Vorbereitung auf den bevorstehenden Besuch des Papstes. Das Motto der Spanienreise von Papst Leo XIV. lautet „Erhebt eure Augen“. Ein Fokus ist das Thema Migration. Am Donnerstag und Freitag besucht Leo die kanarischen Inseln Gran Canaria und Teneriffa. Beide sind wichtige Einreisepunkte vor der Westküste Afrikas für Migranten, die der Papst dort treffen will, ebenso wie Hilfsorganisationen.
In der Pfarrei Nuestra Señora de los Reyes hat am Samstag in Vorbereitung auf das katholische Kirchenoberhaupt der Bischof von San Cristóbal de La Laguna (Teneriffa), Eloy Alberto Santiago, eine Eucharistiefeier zelebriert. Konzelebriert wurde unter anderem auch von Kardinal Baltazar Porras, emeritierter Erzbischof von Caracas, sowie Priestern der Inselpastoral.
Anwesend war auch der Pfarrer von La Restinga und Caritas-Beauftragter auf El Hierro, Darwin Rivas. Er soll bei der für den 12. Juni geplanten Begegnung mit dem Papst auf der Plaza del Cristo de La Laguna über die pastoralen Herausforderungen der Migration auf dem Archipel berichten.
Gesellschaftliches Bewusstsein wecken
Die Feier stand ganz im Zeichen der seelsorgerischen Sorge um die Migrationssituation auf den Kanarischen Inseln. Bischof Santiago betonte mehrfach, dass das Leid der Menschen auf der Flucht nicht verschwiegen werden dürfe. Zugleich forderte er ein stärkeres gesellschaftliches und institutionelles Bewusstsein für das „humanitäres Drama, bei dem viele Menschen ihr Leben verlieren“.
Nach der Eucharistiefeier zogen die Teilnehmer in einer stillen Fackelprozession zum Pier von La Restinga. Dort sprach der Bischof ein Gebet für die Insel und für die Migranten, die ihre Küsten erreicht haben. Den Abschluss bildete ein symbolischer Akt des Gedenkens: Blumen wurden ins Meer geworfen, um an jene zu erinnern, die während der Überfahrt ihr Leben verloren haben.
(fides – nm)
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