Cáritas Canarias: Krise an der EU-Außengrenze verschärft soziale Lage
Patricia Ynestroza und Kielce Gussie - Gran Canaria
Die Situation der betroffenen Personen sei zunächst durch das Fehlen von Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungen gekennzeichnet. Dieser Status erschwere den Zugang zum regulären Arbeitsmarkt sowie zum Wohnungsmarkt, erläuterte die Caritas-Generalsekretärin im Gespräch mit den Vatikanmedien. Um dieser Entwicklung zu begegnen, bietet die katholische Kirche über Organisationen wie die Cáritas Canarias rechtliche Beratung und Unterstützung bei den behördlichen Verfahren an. Neben der rechtlichen Begleitung umfasse die Arbeit die Verteilung von Lebensmitteln sowie direkte finanzielle Hilfen zur Deckung von Mietkosten, um Wohnungslosigkeit bei Familien zu verhindern, erläuterte Caya Suáres:
„Unsere Realität ist also eine Realität, die oft unbemerkt bleibt, während man sich eher auf die Mittelmeerroute oder Lampedusa konzentriert. Die Worte Seiner Heiligkeit, sowohl von Papst Franziskus als auch von Papst Leo XIV., haben dazu geführt, dass wir unseren Blick auf diese konkrete Realität richten, denn diese Route ist eine der tödlichsten der Welt, da die Kanarischen Inseln mehr als 1.600 Kilometer von Afrika entfernt liegen.“
Wenn unbegleitete Minderjährige volljährig werden
Ein spezifischer Bereich der sozialen Arbeit betreffe Jugendliche, die als unbegleitete Minderjährige auf den Inseln ankommen. Mit dem Erreichen des 18. Lebensjahres ende die institutionelle Betreuung in den Jugendhilfeeinrichtungen, erläuterte Suáres. Ohne familiäre oder gesellschaftliche Netzwerke bestehe für diese Altersgruppe das Risiko der Obdachlosigkeit. Zur Bewältigung dieser Situation wurden Migrationskorridore eingerichtet. Dieses von verschiedenen Diözesen auf den Kanarischen Inseln und dem spanischen Festland koordinierte Projekt organisiert den Transfer, die Aufnahme und die Begleitung der Jugendlichen mit dem Ziel, den Zugang zu Ausbildung und Beschäftigung zu ermöglichen. Suáres erinnerte daran, was die meisten Migranten zuvor erlebt hätten und immer noch erleben:
„Die Meeresströmungen und Passatwinde führen dazu, dass diese Menschen mehrere Tage auf dem Meer verbringen, ohne zu wissen, wo sie landen werden und ob sie die Inseln überhaupt erreichen können.“
Aufgabenverteilung zwischen Staat und Kirche
Die kirchlichen Institutionen übernehmen Unterstützungsleistungen in Bereichen, die von staatlichen Stellen oder allgemeinen Organisationen nicht vollständig abgedeckt werden. Die Initiativen konzentrieren sich auf Gruppen, die von behördlichen Maßnahmen verzögert oder nicht erfasst werden. Dazu gehören chronisch obdachlose Menschen, Frauen in Netzwerken des Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung sowie Familien mit minderjährigen Kindern, die vor dem Verlust ihrer Unterkunft stehen.
Die Atlantik-Route im internationalen Kontext
Die Situation in den sozialen Beratungsstellen in Las Palmas spiegelt die geopolitische Lage an den europäischen Außengrenzen wider. Die Seepassage zwischen Westafrika und den Kanarischen Inseln verzeichnet im Vergleich der Migrationsrouten in die Europäische Union hohe Opferzahlen. Suárez Ortega erklärte, dass diese Route im öffentlichen Bewusstsein oft hinter den Bewegungen im Mittelmeerraum oder auf Lampedusa zurücktrete. Die geografische Distanz von über 1.600 Kilometern zum afrikanischen Festland sowie die dortigen Meeresströmungen und Passatwinde führten dazu, dass die Überquerung mehrere Tage andauere und mit Risiken für die Reisenden verbunden sei.
(vatican news)
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