Katholischer Gottesdienst in Südsudan Katholischer Gottesdienst in Südsudan  (AFP or licensors)

Südsudan: Bischof fordert Schutzmaßnahmen für Jugendliche

Der südsudanesische Bischof Eduardo Hiiboro Kussala hat einen stärkeren Schutz von Kindern und Jugendlichen vor unkontrollierter Technologienutzung gefordert. Unter Berufung auf die Enzyklika „Magnifica humanitas“ warnte er vor Sucht, Desinformation und moralischer Orientierungslosigkeit.

Der katholische Bischof Eduardo Hiiboro Kussala von der Diözese Tombura-Yambio (CDTY) im Südsudan hat zu einem besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen vor den negativen Auswirkungen einer unkontrollierten Nutzung digitaler Technologien aufgerufen. Die Zukunft der jüngsten Nation der Welt hänge von der moralischen Bildung ihrer jungen Generation ab.

In seinen Überlegungen zur Enzyklika „Magnifica humanitas“, die Papst Leo XIV. am 25. Mai veröffentlicht hat, hob Hiiboro die Warnung des Papstes hervor, Technologie dürfe nicht zum „Herrn“ des Menschen werden, sondern müsse dessen „Diener“ bleiben. Diese Botschaft sei für den Südsudan von besonderer Bedeutung. „Was für eine Generation ziehen wir heran?“, fragte der Bischof. „Wir sind eine junge Nation. Unser größter Reichtum ist nicht Öl, Gold, Land oder politische Macht. Unser größter Reichtum sind unsere Kinder und Jugendlichen.“

„Unser größter Reichtum sind unsere Kinder und Jugendlichen“

Einfluss auf Kinder

Mit Sorge beobachte er den zunehmenden Einfluss digitaler Plattformen auf junge Menschen. „Heutzutage verbringen viele Kinder mehr Zeit vor Bildschirmen als mit ihren Eltern. Sie kennen Social-Media-Influencer besser als ihre Lehrer“, sagte Bischof Hiiboro. Er appellierte an Eltern, Pädagogen, religiöse Führer und politische Entscheidungsträger, die langfristigen Auswirkungen der digitalen Kultur ernst zu nehmen und auf die jüngere Generation zu achten. Auch Technologieunternehmen trügen Verantwortung.

„Heutzutage verbringen viele Kinder mehr Zeit vor Bildschirmen als mit ihren Eltern“

„Wir können es uns nicht leisten, unsere jungen Menschen an Sucht, Fehlinformationen, Ausbeutung im Internet, Stammeshass, Pornografie, Gewalt und moralische Verwirrung zu verlieren“, sagte der Ortsbischof der CDTY, der auch Vorsitzender der Kommission zur Förderung der ganzheitlichen menschlichen Entwicklung bei der Katholischen Bischofskonferenz des Sudans und des Südsudans (SSS-CBC) ist. Er fügte hinzu: „Unsere Kinder brauchen Bücher genauso sehr wie Handys. Sie brauchen Spielplätze genauso sehr wie Online-Plattformen. Sie brauchen echte Freundschaften genauso sehr wie virtuelle Kontakte.“

„Die eigentliche Frage ist nicht, ob unsere Kinder Zugang zu sozialen Medien haben. Die eigentliche Frage ist, ob soziale Medien unseren Kindern helfen, zu den Männern und Frauen zu werden, zu denen Gott sie geschaffen hat“, sagte der südsudanesische Bischof. Diese Diskussion könne seiner Meinung nach nicht länger aufgeschoben werden.

Moralische Weisheit

Bischof Hiiboro erklärte zudem, die Botschaft von „Magnifica humanitas“ sei angesichts des sich weltweit beschleunigenden technologischen Wandels besonders aktuell. „Menschlicher Fortschritt ohne moralische Weisheit ist gefährlich. Wissen ohne Werte kann zerstören. Technologie ohne Ethik kann die Gesellschaft spalten“, sagte er.

„Menschlicher Fortschritt ohne moralische Weisheit ist gefährlich“

Für den Südsudan bleibe der Ausbau der Infrastruktur wichtig. Entscheiden sei aber ebenso die Bildung: „Denn letztendlich wird die Zukunft einer Nation nicht durch den Stand ihrer Technologie bestimmt, sondern durch die Qualität ihrer Menschen“, sagte Bischof Hiiboro.

(acia – nm) 

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19. Juni 2026, 13:38