Die Spur der Verwüstung, die der Zyklon Chido in Mosambik hinterlassen hat Die Spur der Verwüstung, die der Zyklon Chido in Mosambik hinterlassen hat 

UNICEF: Wachsende Klimabelastung für Kinder

1,1 Milliarden Kinder weltweit sind laut einem neuen UNICEF-Bericht mindestens drei gleichzeitig auftretenden Klimarisiken ausgesetzt. Die Organisation fordert Regierungen zu entschlossenem Handeln auf.

Fast die Hälfte aller Kinder weltweit leben heute unter der Belastung mehrerer gleichzeitig auftretender Klimarisiken. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten „Bericht über Klimarisiken für Kinder 2026“ des Kinderhilfswerk UNICEF hervor.

Der Bericht analysiert die Auswirkungen von acht häufigen Klimagefahren, darunter Küsten- und Flussüberschwemmungen, Dürren, extreme Hitze, Hitzewellen, Waldbrände, Sand- und Staubstürme sowie tropische Stürme. Erstmals wird dabei detailliert aufgezeigt, wo Kinder mehreren Klimakrisen gleichzeitig ausgesetzt sind und wie stark diese Belastungen ausfallen.

„Die Hälfte aller Kinder weltweit lebt heute mit mindestens drei sich überschneidenden Klimagefahren, die ihren Alltag beeinflussen“

„Das Leben der Kinder wird weiterhin durch die Auswirkungen von Hitzewellen, Waldbränden, Dürren und Überschwemmungen erschüttert“, erklärte Catherine Russell, Generaldirektorin von UNICEF. „Die Hälfte aller Kinder weltweit lebt heute mit mindestens drei sich überschneidenden Klimagefahren, die ihren Alltag beeinflussen.“

Stärkste Gefährdung in der Sahelzone, Asien und Italien

Zu den am stärksten betroffenen Regionen zählt die afrikanische Sahelzone. Dort sind mehr als vier Millionen Kinder gleichzeitig Hitzewellen, extremer Hitze sowie Sand- und Staubstürme ausgesetzt. In asiatischen Ländern wie Bangladesch, Myanmar und Pakistan treffen mehrere Klimagefahren mit besonders hoher Intensität aufeinander. Der Bericht weist zugleich darauf hin, dass auch wohlhabende Länder nicht vor den Folgen der Klimakrise geschützt sind. In Italien sind mehr als sechs Millionen Kinder anhaltender Hitzewellen und Dürren ausgesetzt.

Luftverschmutzung und Malaria

Neben den unmittelbaren Klimakrisen untersucht der Bericht auch die Auswirkungen von Luftverschmutzung und Malaria. Weltweit seien nahezu alle Kinder von Luftverschmutzung betroffen, während rund eine Milliarde Kinder in Gebieten lebt, in denen Malaria ein zusätzliches Gesundheitsrisiko darstellt. In Italien sind laut Bericht 91,98 Prozent der Kinder einer gesundheitsschädlichen Belastung durch Feinstaub (PM 2,5) ausgesetzt.

Besonders verletzlich sind nach Einschätzungen von UNICEF Kinder in fragilen Staaten wie der Zentralafrikanischen Republik oder Tschad. Dort treffen Klimakrisen häufig mit mangelndem Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung, sauberem Trinkwasser und anderen grundlegenden Dienstleistungen zusammen. Auch die kleinen Inselentwicklungsländer seien stark gefährdet, da tropische Stürme dort ganze Inseln lahmlegen und lebenswichtige Versorgungssysteme überfordern können.

Forderung nach entschlossenem Handeln

UNICEF ruft Regierungen, Unternehmen und internationale Akteure dazu auf, die Emissionen deutlich zu senken, den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen voranzutreiben und den Übergang zu erneuerbaren Energien zu beschleunigen. Gleichzeitig fordert die Organisation Investitionen in klimaresistente Gesundheits- und Bildungssysteme, wirksame Frühwarnsysteme sowie den Schutz grundlegender sozialer Dienste.

Darüber hinaus betont UNICEF die Bedeutung der Beteiligung junger Menschen an klimapolitischen Entscheidungen. Kinder und Jugendliche müssten die Möglichkeit erhalten, ihre Anliegen einzubringen und an Maßnahmen zum Klimaschutz mitzuwirken.

„Diese Analyse kann Regierungen und politischen Entscheidungsträgern helfen, besser zu planen und effektiver in klimaresiliente Dienstleistungen zu investieren“

„Diese Analyse kann Regierungen und politischen Entscheidungsträgern helfen, besser zu planen und effektiver in klimaresiliente Dienstleistungen zu investieren“, schloss Russell. „Wenn wir Gesundheits- und Bildungssysteme stärken und die Infrastruktur unter Berücksichtigung der Kinder verbessern, schützen wir sie vor den heutigen Klimabedrohungen und tragen dazu bei, ihre Zukunft zu sichern.“

(unicef – nm)

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16. Juni 2026, 10:56