Ein Migrant in den USA liest in der Bibel Ein Migrant in den USA liest in der Bibel 

USA: Bibel als Pflichtlektüre an Schulen

An öffentlichen Schulen in Texas wird die Bibel künftig zur Pflichtlektüre. Das ergibt sich aus einer Leseliste, die der Bildungsausschuss des Bundesstaates am Freitag genehmigt hat.

Die Entwicklung in Texas wird von Bildungsexperten aufmerksam verfolgt. Sie weisen darauf hin, dass die Pflichtleseliste offenbar die erste ihrer Art in den Vereinigten Staaten ist. Die Vorschrift, die ab 2030 in Kraft tritt, verpflichtet mehr als fünf Millionen Schüler an öffentlichen Schulen in Texas, Passagen aus dem Neuen Testament und Auszüge aus dem Buch Hiob zu lesen.

Der von den Republikanern kontrollierte Bildungsausschuss des Bundesstaates verabschiedete die Liste mit 9 zu 5 Stimmen nach wochenlangen kontroversen Debatten in der US-Öffentlichkeit. Im vergangenen Jahr war Texas der größte Bundesstaat geworden, der Lehrer dazu verpflichtete, die Zehn Gebote in jedem Klassenzimmer aufzuhängen.


Wochenlange Kontroversen

Befürworter der neuen Leseliste argumentieren, dass jüdisch-christliche Traditionen für die Gründung der Nation von grundlegender Bedeutung waren und dass sich dies im Lehrplan der öffentlichen Schulen widerspiegeln sollte. Texas, wo etwa jeder zehnte Schüler der öffentlichen Schulen des Landes unterrichtet wird, steht an der Spitze der Bestrebungen konservativer Kräfte, mehr Religion in den Unterricht zu integrieren. Der Bundesstaat erlaubt es öffentlichen Schulen auch, Seelsorger einzustellen, um Schüler zu beraten, und hat einen optionalen, biblisch geprägten Lehrplan genehmigt.

Biblische Bilderbuchgeschichten für Grundschüler, darunter „David und Goliath“ und „Daniel in der Löwengrube“, stehen auf der neuen Pflichtleseliste. Ab der vierten Klasse werden die Schüler auf Passagen über Jesus im Neuen Testament stoßen. In der Mittelstufe wird von den Schülern unter anderem erwartet, dass sie die Bergpredigt Jesu lesen. Für Schüler der Oberstufe sieht die Liste die Lektüre bestimmter Bibelstellen als Begleitmaterial zu literarischen Werken vor, darunter Werke von Dickens und Jane Austens „Stolz und Vorurteil“.

(ap – sk)

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28. Juni 2026, 11:14