Die Folgen der Erdbeben in La Guaira Die Folgen der Erdbeben in La Guaira 

Pfarrer in Caracas: Viele leben jetzt in Not-Wohnungen

Nach dem Erdbeben in Venezuela am 24. Juni hat der Pfarrer der Kirche San José de Ñaraulí im Zentrum-Norden von Caracas, Luis Antonio García Thomas, über die aktuelle Lage in der Region berichtet. Während des Interviews mit Radio Vatikan am Montagmorgen wurde die Stadt von einem weiteren Nachbeben erschüttert. Das Hauptbeben vor wenigen Tagen forderte bereits mehr als 1.400 Menschenleben und verursachte erhebliche Schäden.

Johan Pacheco und Mario Galgano - Vatikanstadt

Der Geistliche erklärte, dass die Auswirkungen des Erdbebens in der Region La Guaira noch weitreichender seien als die Folgen des Schlammstroms im Jahr 1999. Auch in der Hauptstadt Caracas sind die Folgen spürbar. Zahlreiche Wohngebäude sind einsturzgefährdet, und die Situation habe die Bevölkerung unerwartet getroffen. Ein Erdbeben dieser Intensität habe es in der jüngeren Geschichte der Region nicht gegeben.

Zum Nachhören - die Lage in Venezuela

Gleichzeitig verwies García auf die Hilfsmaßnahmen der Kirche, die sich organisiert habe, um den Betroffenen Beistand zu leisten. Es gehe dabei nicht nur um soziale Unterstützung, sondern auch um die seelische Begleitung der Opfer. Da Gottesdienste aufgrund der Gebäudeschäden nicht in den Kirchen stattfinden können, versammeln sich die Gemeinden stattdessen auf öffentlichen Plätzen zum Gebet.

„Die Lage ist einerseits wirklich bedauerlich...“

„Die Lage ist einerseits wirklich bedauerlich, denn wie Sie den Nachrichten entnehmen konnten, waren die Verwüstungen durch dieses Erdbeben in La Guaira verheerend; man kann sogar sagen, dass sie weitaus schlimmer waren als der Erdrutsch im Jahr 1999. Und hier in Caracas haben diese Verwüstungen große Auswirkungen gehabt, da viele Menschen nun in einsturzgefährdeten Wohnungen leben, andere sind ums Leben gekommen, und das hat dazu geführt, dass wir uns offensichtlich in einer unerwarteten Situation befinden“, berichtet der Priester gegenüber Radio Vaticana – Vatican News.

Papst-Worte als Unterstützung für die Betroffenen

Die Worte und Gebete von Papst Leo XIV., die dieser am Sonntag übermittelt hatte, bezeichnete der Pfarrer als Unterstützung für die Betroffenen, welche sich dadurch in ihrer Situation wahrgenommen fühlten.

An seinem eigenen Kirchengebäude beschrieb García strukturelle Schäden. Das Dach des Kirchenschiffs sei eingestürzt, und auch Teile der Seitenschiffe seien betroffen. Zudem befinde sich einer der Glockentürme in einem instabilen Zustand und drohe einzustürzen, was eine Gefahr für die umliegenden Wohngebiete darstelle.

„...denn dies hat dazu geführt, dass die Opfer auch auf spiritueller Ebene betreut werden...“

„Einerseits ist es natürlich bedauerlich, denn in der jüngeren Geschichte unseres Landes – und insbesondere im Großraum Caracas, also in der Stadt Caracas und in La Guaira – hatte es bisher noch kein Erdbeben dieser Größenordnung gegeben. Andererseits hat uns das als Kirche ermöglicht, Kräfte zu mobilisieren – nicht nur im Bereich der sozialen Unterstützung, sondern auch der Evangelisierung –, denn dies hat dazu geführt, dass die Opfer auch auf spiritueller Ebene betreut werden, dass wir uns auf den Plätzen versammeln können, um zu beten und nachzudenken und das hat uns Trost gespendet“, erklärt er.

Zum Abschluss rief der Pfarrer dazu auf, die Solidarität aufrechterhalt zu erhalten, und verwies für internationale Unterstützung und Geldspenden auf die offiziellen Konten der Venezolanischen Bischofskonferenz, um eine Weiterleitung an die Bedürftigen zu gewährleisten.

(vatican news)

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30. Juni 2026, 09:34