Ägypten: Angriff auf Kopten
Dabei sollen am Mittwoch Mitglieder der koptischen Gemeinschaft eines Dorfes bedrängt sowie Kirchgänger am Verlassen der Kirche gehindert worden sein. Das berichtet der Internetauftritt „Coptic Solidarity“, der sich auf Angaben von Bischof Macarius von Minya beruft. Sicherheitskräfte hätten Stunden später eingegriffen und mehrere Menschen verhaftet, die verdächtigt würden, zur Gewalt angestiftet oder an ihr teilgenommen zu haben.
Macarius gab an, dass dasselbe Dorf schon in der Vergangenheit mehrfach Ziel von Überfällen geworden sei. Der Bischof spricht von einem Muster, nicht nur von einer Abfolge von Einzelfällen.
Ein Muster, keine Einzelfälle
„Seit Ausbruch des Iran-Kriegs erleben wir eine deutliche Zunahme der Anfeindungen und Angriffe auf die christliche Gemeinschaft in Ägypten“, erklärt der Generalsekretär des Verbands „Christen in Not“ Österreich, Martin Morawetz. „Diese waren mit der Machtübernahme Al-Sisis und der Zerschlagung der Muslimbruderschaft zurückgegangen. Jetzt nehmen Gewalt und Angst vor weiteren Eskalationen wieder zu.“
Besonders alarmierend sei, dass sich unter den Angreifern inzwischen auch Kinder befänden, die Steine werfen oder Christen beschimpfen, erklärte Morawetz. „Sie werden offensichtlich von ihrem Umfeld zu Hass und Intoleranz erzogen.“ Dass es trotz wiederholter Warnungen und dokumentierter Vorfälle erneut zu einem solchen Angriff gekommen sei, zeige den „dringenden Handlungsbedarf“. Der ägyptische Staat solle entschlossen gegen religiös motivierte Gewalt vorgehen, die Täter strafrechtlich verfolgen und den Schutz aller Bürger unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit gewährleisten.
(vatican news – sk)
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