Ägypten: Hilfswerk beklagt Angriffe auf Christen
Laut einer Erklärung von Bischof Makarius von Minya folgte der jüngste Angriff auf frühere Vorfälle in demselben Dorf, über die die Kirchenleitung die örtlichen Behörden mehrfach informiert hatte.
Extremisten griffen demnach Kirchgänger an, demolierten das Auto eines Priesters und kappten die Stromversorgung der örtlichen Kirche. Nach dem Eingreifen der Polizei habe sich die Sicherheitslage inzwischen zwar wieder beruhigt, sei jedoch weiterhin äußerst angespannt. Todesopfer wurden nicht gemeldet; es gab lediglich Verletzte und Sachschäden. Unter der christlichen Bevölkerung herrsche jedoch große Angst. In der Region Minya war es in der Vergangenheit immer wieder zu gewalttätigen Ausschreitungen gegen Christen gekommen, so CiN. Das Hilfswerk betreibt dort in Zusammenarbeit mit örtlichen Kirchenvertretern Projekte wie etwa Alphabetisierungskurse für Frauen.
Seit dem Iran-Krieg mehr Anfeindungen
„Seit Ausbruch des Iran-Kriegs erleben wir eine deutliche Zunahme der Anfeindungen und Angriffe auf die christliche Gemeinschaft in Ägypten“, sagte CiN-Generalsekretär Martin Morawetz gegenüber „Kathpress“. Die Gewalt sei nach der Machtübernahme Al-Sisis und der Zerschlagung der Muslimbruderschaft zurückgegangen, doch „jetzt nehmen Gewalt und Angst vor weiteren Eskalationen wieder zu“.
Der erneute Angriff auf die koptische Gemeinschaft in Tal al-Qibliya sei kein Einzelfall, sondern Teil eines seit Jahren bestehenden Musters religiös motivierter Gewalt gegen Christen in Ägypten. Besonders alarmierend sei, so Morawetz, „dass sich unter den Angreifern inzwischen auch Kinder befinden, die Steine werfen oder Christen beschimpfen“. Sie würden offenbar in ihrem Umfeld zu Hass und Intoleranz erzogen.
Dass es trotz wiederholter Warnungen und dokumentierter Vorfälle erneut zu einem solchen Angriff gekommen sei, zeige den dringenden Handlungsbedarf, so der CiN-Generalsekretär: „Der ägyptische Staat muss entschlossen gegen religiös motivierte Gewalt vorgehen, die Täter strafrechtlich verfolgen und den Schutz aller Bürgerinnen und Bürger unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit gewährleisten.“ Gleichzeitig gelte es, die gesellschaftlichen Gräben zu überwinden sowie Bildung, Aufklärung und den interreligiösen Dialog zu fördern. Nur so lasse sich verhindern, „dass Hass weitergegeben wird und Gewalt zur Normalität wird“.
Einsatz für Religionsfreiheit
Das 1980 gegründete ökumenische Hilfswerk CiN setzt sich in Österreich und international für die Religionsfreiheit ein und informiert über deren Bedeutung. In seiner Projektarbeit konzentriert sich CiN, das durch Spenden finanziert wird, seit jeher auf Afrika, den Nahen Osten und Asien. Seit 2024 ist das Hilfswerk zudem in Peru aktiv.
(kap – gs)
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