Die Kirche setzt auf Begleitung statt Sterbehilfe und keine Fernkonsultation (Illustrationsbild) Die Kirche setzt auf Begleitung statt Sterbehilfe und keine Fernkonsultation (Illustrationsbild) 

Sydneys Erzbischof: Kirche soll Alternativen zur Sterbehilfe bieten

Der Erzbischof von Sydney, Anthony Fisher, hat Kritik an den Bestrebungen geübt, den Zugang zu freiwilliger Sterbehilfe in Australien weiter zu erleichtern. Im Gespräch mit uns reagiert der Geistliche auf einen Beschluss der regierenden Labor Party von Ende Juli 2026. Die Partei hatte sich dafür ausgesprochen, rechtliche Hürden für Fernkonsultationen im Zusammenhang mit der Genehmigung von Sterbehilfe abzubauen.

Kielce Gussie und Mario Galgano - Vatikanstadt

Fisher warnt vor den Folgen einer Praxis, bei der Anträge über das Internet oder per Telefon ohne ein persönliches Gespräch zwischen Arzt und Patient abgewickelt werden. Eine solche Vorgangsweise berge die Gefahr, wesentliche Schritte zur Ermittlung des tatsächlichen Pflege- und Behandlungsbedarfs zu übergehen. Zudem sagt der Erzbischof, dass Sicherungsmechanismen im Zuge der raschen Ausweitung der Gesetze in den einzelnen australischen Bundesstaaten zusehends aufgeweicht würden.

Zum Nachhören - was der Erzbischof sagt

Rolle der Kirche

Die katholische Kirche verstehe ihre Rolle darin, den Menschen eine Alternative zur Sterbehilfe aufzuzeigen. Durch die Bereitstellung von Palliativpflege, seelsorglicher Begleitung und Entlastungsangeboten für Angehörige solle verhindert werden, dass Betroffene aus Angst vor Schmerzen oder dem Verlust der Selbstbestimmung keinen anderen Ausweg sehen. Zudem fordert die kirchliche Gemeinschaft in Australien das Recht für katholische Gesundheitseinrichtungen und medizinisches Personal, die Mitwirkung an Sterbehilfemaßnahmen zu verweigern.

„Von einer Zeit, in der Sterbehilfe überhaupt nicht legal war, sind wir nun bei mehr als 14.000 Menschen angelangt, die einen Antrag darauf gestellt haben, und mehr als 7.000 sind dadurch gestorben“

„Wie schnell hat sich die Lage in diesem Land doch gewandelt: Von einer Zeit, in der Sterbehilfe überhaupt nicht legal war, sind wir nun bei mehr als 14.000 Menschen angelangt, die einen Antrag darauf gestellt haben, und mehr als 7.000 sind dadurch gestorben“, beklagt Erzbischof Fisher. „Wir als Kirche müssen den Menschen positive Alternativen anbieten“, merkt er an. Wenn Menschen eine bessere palliative Versorgung erhalten,  ihnen Liebe und Zuwendung entgegengebracht werden, wenn die verschiedenen Möglichkeiten mit ihnen besprochen werden und wenn sie andere Wege kennenlernen, mit dem Leiden umzugehen, hätten sie vielleicht nicht mehr das Gefühl, dass die freiwillige Sterbehilfe die einzige Option sei. „Wenn ihnen jedoch keine anderen Optionen angeboten werden, haben viele Menschen Angst davor, die Kontrolle zu verlieren, Angst vor starken Schmerzen und Angst davor, anderen zur Last zu fallen“, erklärt der Erzbischof.

(vatican news)

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31. Juli 2026, 13:17