Junge Hindus versammeln sich zu einer religiösen Zeremonie (Archivfoto) Junge Hindus versammeln sich zu einer religiösen Zeremonie (Archivfoto) 

Nepal: Kongressmitglied an Tempelzutritt gehindert

Mitglieder einer radikalen hinduistischen Gruppe im Süden Nepals haben dem Politiker Harka Raj Rai den Zutritt zum Janaki-Tempel verweigert. Grund dafür sei seine Förderung des Christentums sowie sein angebliches Befürworten einer Schlachtung von Kühen. Christliche Organisationen in Nepal äußern sich besorgt über eine wachsende antichristliche Stimmung im Land.

Harka Raj Rai ist Vorsitzender der Shram Sanskrit Party (Partei für Arbeitskultur); er wurde am Dienstag in der Stadt Janakpur daran gehindert, den Janaki-Tempel zu betreten. Parteimitglieder Rais, die sich zu seiner Begrüßung am Tempel versammelt hatten, wurden Berichten zufolge vertrieben. Zur Entschärfung der Lage wurde die Polizei eingesetzt, jedoch konnten der Politiker und seine Begleiter den Tempel nicht erreichen und mussten umkehren.

Einschüchterung durch radikale Gruppen

B.P. Khanal von der Nepal Christian Society (NCS) nannte den Vorfall gegenüber einem christlichen Forum „eine verwerfliche Tat, die sich unter dem Deckmantel der Religion gegen einen gewählten Abgeordneten richtet“. Es handle sich hierbei um keinen Einzelfall, sondern sei Teil eines umfassenden Musters, das auf eine gegen Minderheiten gerichtete Stimmung und Einschüchterung durch radikale Gruppen im Süden Nepals hindeute. Besonders aktiv seien sie in der an Indien grenzenden Provinz Madhesh.

Der dem United National Nepali Church Council angehörende Bidur Adhikari schilderte an diesem Mittwoch gegenüber UCA News: „Jede Woche erhalten wir Anrufe und Beschwerden von Mitgliedern unserer Gemeinschaft, die im Süden leben und berichten, dass sie von Mitgliedern hinduistischer Gruppen schikaniert und ins Visier genommen werden“. Der Vorfall vom 21. Juli gebe zu denken, was das Treiben radikaler Hindus angehe. „Man stellt Christen als Menschen dar, die ungestraft ins Visier genommen und ausgegrenzt werden können und sollen“, so Adhikari.

(ucan - sc)

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24. Juli 2026, 10:56