Sri Lanka: Proteste gegen geplantes Zementwerk nahe der Negombo-Lagune
Am 20. Juli versammelten sich etwa 200 Personen nahe dem vorgesehenen Standort des Werks der Firma Melwa Cement in Katunayake, rund 30 Kilometer nördlich von Kolombo, um gegen das Projekt zu demonstrieren. Der Standort befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Negombo-Lagune, den geschützten Mangroven von Liyanagemulla sowie dem internationalen Flughafen Bandaranaike, was Sicherheits- und Umweltbedenken hervorruft.
Neil Munasinghe, ein Umweltschützer aus Katunayake, verwies auf die Gefahren durch Zementstaub in einem dicht besiedelten Gebiet für die öffentliche Gesundheit und das umliegende Ökosystem. Der Protest entwickelte sich, nachdem bekannt wurde, dass die für das Projekt vorgesehene Fläche von ursprünglich genehmigten 3.857 Quadratmetern auf 12.925 Quadratmeter erweitert wurde.
Die ursprüngliche Genehmigung
Nach Angaben von Munasinghe bezog sich die ursprüngliche Genehmigung der Stadtentwicklungsbehörde aus dem Jahr 2020 auf den Bau eines einstöckigen Touristenhotels. Im Dezember 2025 sei die Nutzung geändert worden, um ein fünfstöckiges Gebäude für die Zementfabrik zu ermöglichen. Das Vorhaben betreffe das Ökosystem der Lagune, die Existenzgrundlage der Fischerei, Wohngebiete, Schulen, Hotels und den Flugbetrieb.
Die Negombo-Lagune bildet zusammen mit dem Muthurajawela-Sumpfgebiet ein zusammenhängendes Ökosystem. Das Gebiet umfasst Mangrovensümpfe und Flussläufe, die Biodiversität, Fischerei und Landwirtschaft stützen. Das Küstenfeuchtgebiet ist durch die fortschreitende Urbanisierung Veränderungen ausgesetzt.
Stopp des Vorhabens gefordert
Pater Sarath Iddamalgoda aus dem Erzbistum Kolombo forderte den Stopp des Vorhabens sowie rechtliche Schritte gegen die verantwortlichen Beamten. Die zuständigen Parlamentsabgeordneten des Distrikts müssten Maßnahmen ergreifen, um das Projekt zu beenden, während Behördenmitglieder, die Genehmigungen ohne Einhaltung rechtlicher Verfahren erteilt haben, zur Rechenschaft gezogen werden müssten.
Achchini Nirmani, eine 34-jährige Demonstrantin aus Seeduwa, erklärte, das Projekt weise auf Versäumnisse staatlicher Institutionen bei der Wahrnehmung ihrer rechtlichen Pflichten hin. Sie warf den Behörden vor, Investoren Entscheidungen unter Umgehung von Schutzvorschriften ermöglicht zu haben.
Die Beteiligten der Demonstration forderten die Aussetzung der erteilten Genehmigungen innerhalb von 30 Tagen und kündigten andernfalls rechtliche Schritte sowie eine Eingabe bei der Anti-Korruptions-Kommission bezüglich der Genehmigungsverfahren an.
(fides - mg)
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