Haiti: UNO warnt vor drastischem Anstieg sexueller Gewalt
Der stellvertretende Sprecher des UN-Generalsekretärs, Farhan Haq, verwies unter Berufung auf Daten des Amtes für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) darauf, dass allein zwischen April und Juni 2026 mehr als 3.000 Fälle registriert wurden, davon über 1.000 im Monat Juni 2026.
Mehr als zwei Drittel der im ersten Halbjahr 2026 erfassten Taten sind Vergewaltigungen, wobei ein Großteil davon als Gruppenvergewaltigungen durch bewaffnete Banden begangen wird. Die derzeit bereitgestellten Mittel ermöglichen es einigen Betroffenen, medizinische Versorgung, psychosoziale Betreuung und Schutzangebote wie sichere Zufluchtsorte für Frauen und Mädchen in Anspruch zu nehmen. Der tatsächliche Bedarf übersteigt die vorhandenen Kapazitäten jedoch bei Weitem.
Die humanitäre Lage wird durch das Ausmaß der Binnenvertreibung verschärft. Fast 1,5 Millionen Menschen gelten derzeit innerhalb Haitis als vertrieben. Zudem wurden nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zwischen Januar und Juni 2026 mehr als 140.000 Haitianer gewaltsam in ihr Heimatland zurückgeführt, häufig ohne Identitätsdokumente oder finanzielle Mittel. Die Vereinten Nationen und ihre Partner setzen die Unterstützung der am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen fort, indem sie unter anderem die Wiederbeschaffung von Dokumenten erleichtern sowie über Rechte und verfügbare Hilfsangebote informieren.
(sir - mg)
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