Archivbild: Junge Migranten warten am Grenzzaun zwischen den USA und Mexiko in Kalifornien Archivbild: Junge Migranten warten am Grenzzaun zwischen den USA und Mexiko in Kalifornien 

USA: Einrichtung für Migranten unter Druck

Eine Rechtshilfestelle der Diözese El Paso in Texas hat ihre Rücklagen aufgebraucht, weil die US-Regierung seit sieben Monaten keine Zahlungen mehr für die rechtliche Vertretung unbegleiteter Migrantenkinder geleistet hat. Die katholische Einrichtung „Estrella del Paso“ betreut jährlich tausende Minderjährige sowie weitere Migranten.

Geschäftsführerin Melissa Lopez sagte dem Portal OSV News, die Organisation warte inzwischen auf rund 900.000 US-Dollar aus einem Regierungsvertrag. Gemeinsam mit anderen Anbietern hatte Estrella del Paso gegen den Zahlungsstopp geklagt. Zwar verpflichtete ein Bundesrichter die Regierung vorläufig zur Weiterzahlung, die ausstehenden Beträge wurden jedoch bislang nicht überwiesen. Vor einer weiteren Gerichtsanhörung am 23. Juli sollen beide Seiten über eine Einigung verhandeln.

Angesichts der unsicheren Lage nimmt die Einrichtung seit dem 17. Juli keine neuen Fälle unbegleiteter Minderjähriger mehr an. Bereits laufende Verfahren werden fortgeführt. Lopez schloss nicht aus, dass die Organisation im schlimmsten Fall schließen müsse. „Wir befinden uns in einer sehr prekären Lage“, sagte sie. Ohne die ausstehenden Gelder seien Gehälter und laufende Kosten nicht mehr dauerhaft zu finanzieren. Mut mache ihr jedoch der Wille der Mitarbeiter ihrer Einrichtung, ungeachtet der Situation die Nöte der durch sie betreuten Migranten in den Vordergrund zu stellen.

Neben der Vertretung unbegleiteter Minderjähriger unterstützt Estrella del Paso auch Asylsuchende, Menschen in Abschiebungsverfahren und Migranten, die vor häuslicher Gewalt fliehen. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Regierung weitere Fördermittel für Programme zugunsten unbegleiteter Kinder gestrichen.

Minderjährige gehen nicht leichtfertig auf die Reise

Der Bischof von El Paso, Mark Seitz, ist Vorsitzender des Vorstands der Einrichtung. Er warb für mehr Verständnis für die Situation der Familien. Eltern schickten ihre Kinder nicht leichtfertig allein in die USA, sondern oft aus Angst vor Gewalt, Bandenkriminalität oder bitterer Armut. Zugleich betonte er, jeder Einwanderungsfall müsse geprüft werden – allerdings in einem rechtsstaatlichen Verfahren, das insbesondere Kindern die Möglichkeit gebe, ihre Situation darzulegen.

(osv – cs)

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23. Juli 2026, 12:51