Andy Burnham, britischer Premierminister Andy Burnham, britischer Premierminister 

Großbritannien: Kirche fordert „sichere und legale Routen“

„Sichere und legale Routen, um Menschen davon abzuhalten, gefährliche Überfahrten über den Ärmelkanal zu unternehmen“: Dies fordern die englischen katholischen Bischöfe mit Blick auf Migration. Sie lobten in diesem Kontext Äußerungen von Premierminister Andy Burnham in diese Richtung.

Der Migrationsbeauftragte der Bischofskonferenz von England und Wales, Bischof Paul McAleenan, kommentierte Äußerungen des neuen Premierministers Andy Burnham, wie der Nachrichtendienst Sir berichtet.

Burnham hatte sich in Dover zu Überquerungen des Ärmelkanals durch Migranten geäußert. Der britische Premierminister erklärte, seine Regierung werde den Kampf gegen die mit der Einwanderung verbundene organisierte Kriminalität verstärken und gleichzeitig die legalen Alternativen für diejenigen ausweiten, die einen berechtigten Schutzbedarf haben. „Wir müssen auch ein System aufbauen, das sichere Wege bietet, denn dadurch wird auch der Wettbewerbsvorteil krimineller Banden beseitigt“, so Burnham.

Notwendigkeit, sichere und legale Wege zu schaffen

„Ich begrüße es, dass Premierminister Andy Burnham die Notwendigkeit anerkennt, sichere und legale Wege zu schaffen“, erklärte Bischof McAleenan in seiner Stellungnahme. „Ohne diese sind schutzbedürftige Menschen allzu oft gezwungen, gefährliche Reisen auf sich zu nehmen oder in die Hände von Menschenhändlerbanden zu geraten. Sehr zu begrüßen ist auch seine Bereitschaft, mit anderen europäischen Ländern zusammenzuarbeiten, um dieses Problem anzugehen.“

„Gleichzeitig“, so der Bischof weiter, „vertraue ich darauf, dass unsere neue Regierung Entscheidungen treffen wird, die von Mitgefühl geprägt sind und die oft verzweifelten Umstände anerkennen, die Menschen zur Migration zwingen.“ Bischof McAleenan fügte hinzu: „Ich hoffe, dass unsere politischen Entscheidungsträger der Versuchung widerstehen, diejenigen, die vor Konflikten und Gewalt fliehen, mit Misstrauen oder Feindseligkeit zu behandeln, sondern sich der tatsächlichen Ursachen der Migration voll bewusst sind.“

Nach Angaben des Innenministeriums haben seit Burnhams Amtsantritt als Premierminister am 20. Juli über 2.000 Menschen den Ärmelkanal in kleinen Booten überquert. Am Samstag, dem 1. August, haben 326 Menschen die Überfahrt in vier Booten geschafft, womit sich die Gesamtzahl seit Beginn seiner Amtszeit auf 2.057 erhöht hat. Trotz dieser Ankünfte deuten vorläufige Zahlen darauf hin, dass seit Jahresbeginn 14.526 Menschen den Ärmelkanal überquert haben – etwa 43 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres und 14 Prozent weniger als im entsprechenden Zeitraum des Jahres 2024. Der vergangene Mittwoch war jedoch mit 752 angekommenen Personen der Tag mit der höchsten Zahl an Überfahrten in diesem Jahr.

Einsatz der Kirche

Die katholische Kirche setzt sich seit langem für die Schaffung sicherer und legaler Migrationswege ein. Die Englische Bischofskonferenz verweist in diesem Zusammenhang auf das Dokument „Liebe den Fremden“ aus dem Jahr 2023, in dem die Bischöfe die Komplexität des Migrationsphänomens hervorhoben und unter anderem feststellten: „Wir erkennen an, dass Menschenhandel und Sklaverei durch den Mangel an zugänglichen Alternativen für Migration oder Asylsuche verschärft werden. Die Bemühungen zur Bekämpfung von Menschenhandel und Sklaverei müssen daher über eine strengere Durchsetzung der Gesetze hinausgehen; wir müssen auch die Menschen dabei unterstützen, in ihren Herkunftsländern ein gutes Leben zu führen, sicherere Wege für Migranten und Flüchtlinge schaffen und uns dafür einsetzen, die Nachfrage nach jenen Dienstleistungen zu beseitigen, die nach wie vor durch Zwangsarbeit befriedigt werden.“

(sir – pr)

 

 

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04. August 2026, 15:31