Kenscoff nach dem Massaker Kenscoff nach dem Massaker  (ANSA)

Haiti: Massaker mit Dutzenden Toten

Bewaffnete Bandenmitglieder haben am frühen Montagmorgen in einer Stadt östlich von Port-au-Prince Dutzende Menschen getötet.


Das Massaker hat in Haiti Empörung Rufe nach einem stärkeren Vorgehen der Behörden gegen bewaffnete Banden ausgelöst. Nach Angaben örtlicher Medien kamen in der Gemeinde Kenscoff ungefähr vierzig Menschen ums Leben. Das haitianische Amt für Bürgerschutz, eine öffentliche Einrichtung zur Verteidigung der Menschenrechte, äußerte „tiefe“ Bestürzung über das Massaker und verurteilte die Ereignisse „aufs Schärfste“.

Nach örtlichen Medienberichten gehören zu den Opfern Frauen, Kinder und Jugendliche. Die Banden griffen auch Flüchtlinge und Vertriebene an, die in einer Kirche Zuflucht gesucht hatten, und setzten Dutzende Häuser in Brand. Nach dem Massaker kam es zu Protesten von Einwohnern vor der Polizeistation von Kenscoff.


Mehr als 2.000 Tote seit Jahresbeginn

Nach weitverbreiteter Einschätzung versuchen die Banden derzeit, ihre Präsenz in Kenscoff zu festigen. Die Stadt hat eine strategisch wichtige Lage, unter anderem wegen ihrer Nähe zur Stadt Jacmel, die bisher von der Gewalt, die einen Großteil des Großraums Port-au-Prince erfasst hat, relativ unberührt geblieben ist.

Nach Angaben der Vereinten Nationen hat die Gewalt in Haiti in den ersten fünf Monaten des Jahres mindestens 2.310 Todesfälle und 1.106 Verletzungen gefordert.  Darüber hinaus gab es mindestens 99 Entführungen; etwa 700 Menschen, insbesondere Frauen und Mädchen, wurden Opfer sexueller Gewalt, und Hunderte von Minderjährigen befinden sich weiterhin in den Händen von Menschenhändlerringen.


Gleichzeitig leiden rund 5,8 Millionen Haitianer, etwa 52 Prozent der Bevölkerung, unter Ernährungsunsicherheit, während die Zahl der Binnenvertriebenen im vergangenen Jahr mit 1,4 Millionen einen beispiellosen Höchststand erreicht hat.

(efe – sk)

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25. August 2026, 13:43