Assisi vor dem Besuch von Papst Leo: Frieden, Nächstenliebe, Hoffnung
Stefanie Stahlhofen - Assisi
Jugendliche wuseln rund um die Basilika Santa Maria degli Angeli in Assisi, stehen in Gruppen beisammen, reden, lachen. Einer von ihnen ist der 25-jährige Francesco aus Bozen, Südtirol (Italien). Er erklärt, warum gerade so viele junge Leute in dem umbrischen Wallfahrtsort sind: „In diesen Tagen findet ein Zusammenkommen der franziskanischen Jugend statt. Jugendliche zwischen 18 und 33 Jahre sind da. Wir tauschen uns aus über franziskanische Spiritualität und lernen uns kennen."
Go Assisi!
„GO! Franciscan Youth Meeting" heißt das Treffen, das am Montag begann und sich an Teilnehmer aus Europa richtet. Einige Teilnehmende sind auch mit witzigen bunten Sonnenbrillen - es ist auch hier in Assisi sehr heiß - unterwegs, auf den Gläsern steht „2026 Go!."
Der Bozener Francesco berichtet, dass er schon Leute aus Spanien und Portugal, Ungarn und Deutschland gesehen hat - aber auch aus den USA, der Heimat von Papst Leo XIV.. Das katholische Kirchenoberhaupt wird am Donnerstag zum Abschluss des Jugendtreffens in Assisi erwartet:
„Es gibt eine Messe hier in Assisi mit Papst Leo XIV.. Und wir freuen uns alle darauf, dass wir ihm begegnen und seine Worte hören können. Generell sind wir alle froh, dass wir hier sein dürfen. Ich freue mich sehr, dass ich ihm begegnen kann. Aus weiter Entfernung wahrscheinlich. Aber das passt so, ich freue mich einfach, ihn in Real Life sehen zu können", sagt Francesco.
Workshops über franziskanische Spiritualität, das eigene Leben und die Zukunft
Der Papstbesuch bildet den krönenden Abschluss des Jugendtreffens, bei dem sich die rund 2150 Teilnehmer in verschiedenen Workshops mit Theologen, Professoren und Brüdern des Franziskanerordens sowie natürlich untereinander austauschen. Es geht um Themen wie Frieden und Schutz der Schöpfung, das Evangelium und Migration, und natürlich auch um die franziskanische Spiritualität:
„Wir tauschen uns aus. Wir bekommen Einsichten über die franziskanische Spiritualität, über unser Leben, über unsere Zukunft, wie wir uns bewegen lassen möchten vom Leben, von Franziskus, vom katholischen Glauben und wie wir mit Gott und untereinander besser zusammenkommen und leben können."
Wie Franz von Assisi für andere da sein und ihnen das Beste wünschen
Francesco hat selbst eine ganz besondere Verbindung zum heiligen Franz von Assisi: „Er ist mein Namenspatron. Und ich finde, die franziskanische Spiritualität ist einfach sehr bewundernswert. Vor allem in dieser Zeit, in der wir versuchen, alle perfekt zu sein und eher auf uns selber konzentriert sind, glaube ich, führt die franziskanische Spiritualität dazu, dass wir uns mehr auf die anderen konzentrieren und auch für andere da sind und uns untereinander helfen. So, wie Franziskus es zum Beispiel mit den Leprakranken gemacht hat, mit den Armen. Ich finde, das ist vor allem heutzutage sehr wichtig."
Für Francesco persönlich steht die franziskanische Spiritualität vor allem für Nächstenliebe. „Für andere leben, würde ich sagen. Und auch bereit sein, sich selbst aufzugeben." Gelebte Nächstenliebe zeigt für ihn auch im so genannten Franziskus-Gruß, auf Italienisch „Pace e bene" - Frieden und Gutes in etwa auf Deutsch.
„Der Wunsch nach Frieden, Frieden untereinander, unter den Menschen. Frieden mit Gott. Also auch eine Verbindung zwischen den Menschen und mit Gott. Und dass man sich das Beste für den Nächsten wünscht. Also genau das ist eine Form der Nächstenliebe, pure Nächstenliebe."
Franz von Assisi starb vor genau 800 Jahren
Franz von Assisi ist vor 800 Jahren gestorben, hier in Assisi, unweit der Basilika Santa Maria degli Angeli, zu der Papst Leo auch kommt, um den Heiligen zu würdigen, der heute noch eine große Anziehungskraft hat. „Das ist eben extrem spannend, dass eine Person, die vor so langer Zeit gelebt hat, immer noch heute Menschen bewegt", meint Francesco.
Was der Papstbesuch in Assisi den Franziskanern bedeutet
Neben den vielen jungen Leuten sind auch viele Ordensmänner- und -Frauen der franziskanischen Orden hier. Bruder Massimo Fusarelli OFM, Generalminister des Franziskanerordens, hat einige Zeit in Deutschland studiert und spricht deshalb auch etwas Deutsch: „Wir haben den Papst in diesem besonderen Gedenk-Jahr nach Assisi eingeladen, in dem wir an den Tod des heiligen Franziskus vor 800 Jahren erinnern. Der Papst selbst wollte hier sein, mit den jungen Leuten. Wir sind so begeistert, dass er auch die jungen Leute treffen will, der Jugend zuhören, mit den jungen Leuten beten."
Vor der Messe am Donnerstag begrüßt Papst Leo die Teilnehmenden des Jugendtreffens und antwortet auf einige Fragen. Die jungen Leute wollen dem Papst eine „Charta von Assisi" übergeben.
Vom Papstbesuch in Assisi erwarte der Orden sich „ein Wort für Frieden, für Hoffnung, für die Zukunft", meint der Generalminister des Franziskanerordens, Bruder Massimo Fusarelli OFM, abschließend.
(vatican news - sst)
Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen..