Ein typischer Sonnenuntergang in der Tumon-Bucht auf Guam (Foto: Mit freundlicher Genehmigung der Bischofskonferenz des Pazifiks) Ein typischer Sonnenuntergang in der Tumon-Bucht auf Guam (Foto: Mit freundlicher Genehmigung der Bischofskonferenz des Pazifiks) 

Pazifik: Bischöfe mahnen zur Vorsicht beim Tiefseebergbau

Die Bischofskonferenz des Pazifiks (CEPAC) hat in einem am 10. August veröffentlichten Hirtenbrief zur Zurückhaltung bei Vorhaben des kommerziellen Tiefseebergbaus aufgerufen. Das von Erzbischof Ryan P. Jimenez, Vorsitzender der Bischofskonferenz, unterzeichnete Dokument verweist darauf, dass fehlende wissenschaftliche Gewissheit keine Grundlage dafür sein darf, ohne Sorgfalt vorzugehen, wenn das Risiko schwerer Schäden besteht.

Deborah Castellano Lubov und Mario Galgano - Vatikanstadt

„Solange keine überzeugenden Beweise vorliegen, dass eine solche Tätigkeit ohne schwere oder unumkehrbare Schäden durchgeführt werden kann, gebietet die Vorsicht große Zurückhaltung“, heißt es in der Stellungnahme der Bischöfe, die auch der Föderation der Katholischen Bischofskonferenzen Ozeaniens vorstehen.

Die Erklärung reagiert auf Entwicklungen in der Region, wo zunehmend die kommerzielle Freigabe großer Flächen des pazifischen Meeresbodens geprüft wird. Unter anderem stehen Gebiete im Umfang von rund 13,4 Millionen Hektaren in den Gewässern um Amerikanisch-Samoa sowie Zonen in der Nähe des Schutzgebiets Mariana Trench Marine National Monument zur Verpachtung im Raum. Diese Pläne haben Diskussionen zwischen Regierungen, Wissenschaftlern, indigenen Gemeinschaften und Kirchen über die zukünftige Nutzung des Ozeans ausgelöst.

Wenig erforscht

Die Kirchenvertreter betonen, dass die Tiefsee zu den am wenigsten erforschten Ökosystemen der Erde zählt. Wissenschaftler bestätigen, dass viele Zusammenhänge hinsichtlich der Artenvielfalt und der Belastbarkeit dieser Umweltzonen bislang ungeklärt sind. Vor diesem Hintergrund seien heute getroffene Entscheidungen mit Folgen verbunden, die sich nicht ohne Weiteres korrigieren lassen. „Wenn die reale Möglichkeit schwerer oder unumkehrbarer Schäden besteht, darf das Fehlen vollständiger wissenschaftlicher Gewissheit niemals als Entschuldigung dienen, ohne die gebotene Sorgfalt vorzugehen“, heißt es in dem Schreiben weiter.

In der Erklärung wird zugleich klargestellt, dass sich die Kirche nicht grundsätzlich gegen wissenschaftliche Forschung oder wirtschaftliche Entwicklung wendet. Der technische Fortschritt müsse jedoch stets die Integrität der Schöpfung achten und dem Gemeinwohl dienen. Der Schutz der Umwelt sei dabei eng mit Fragen der Gerechtigkeit und der Kultur der Bevölkerung im Pazifikraum verknüpft. Abschließend appellieren die Bischöfe an die Entscheidungsträger, Beschlüsse im Bewusstsein der Verantwortung für nachfolgende Generationen zu fassen.

(vatican news)

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13. August 2026, 09:58