Suche

Im vergangenen Sommer wurden in Wien durch Messerattacken ein 56- und ein 55-jähriger Obdachloser getötet sowie eine 51-Jährige verletzt Im vergangenen Sommer wurden in Wien durch Messerattacken ein 56- und ein 55-jähriger Obdachloser getötet sowie eine 51-Jährige verletzt 

Österreich: Mutmaßlicher Obdachlosen-Mörder gefasst

Die Wiener Caritas ist erleichtert, dass sich ein Mann bei der Polizei stellte, der angab, im Sommer in der Bundeshauptstadt zwei Obdachlose getötet und eine weitere wohnungslose Person schwer verletzt zu haben. „Der mutmaßliche Täter wurde gefasst. Danke an die Wiener Polizei", schrieb der Wiener Caritasdirektor Klaus Schwertner am Dienstag in einer ersten Stellungnahme auf der Internetplattform „X".

Bei den Streetworkteams der Hilfsorganisation, „und vor allem bei den obdachlosen Menschen, die nach wie vor im Freien in Wien schlafen", habe die Nachricht der Festnahme für Beruhigung gesorgt, so Schwertner.  Neben der Kälte und dem Schnee sei die Verunsicherung in der Bundeshauptstadt groß gewesen, besonders bei obdachlosen Menschen selbst. Bis zuletzt hätten Teams der Caritas bei ihren Einsätzen Trillerpfeifen und Taschenalarme verteilt, damit sich wohnungslose Menschen im Falle eines Angriffs bemerkbar machen können.

 „Wir sind sehr froh, dass der Verdächtige gefasst wurde und die Gewalt gegen obdachlose Menschen ein Ende hat, zumindest durch diesen mutmaßlichen Täter." Die Taten müssten aber weiter aufgeklärt werden, von der Polizei und letztlich von unabhängigen Gerichten, so Schwertner. „Und an der Stelle möchte ich auch darauf hinweisen: Die Rechte der Opfer und der Angehörigen, aber auch jene des mutmaßlichen Täters müssen geschützt werden."

Hintergrund

Am Montag hatte sich ein 17-jähriger Wiener gestellt und die tödlichen Angriffe auf Obdachlose im vergangenen Sommer zugegeben. Der Jugendliche kam in die Inspektion Leyserstraße in Penzing, sagte Gerhard Winkler, der Leiter des Ermittlungsdienstes des Landeskriminalamts Wien, am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Bei den Messerattacken auf schlafende Obdachlose waren ein 56- und ein 55-Jähriger getötet, eine 51-Jährige verletzt worden. Auch die mutmaßliche Tatwaffe wurde inzwischen sichergestellt. Bei einer Hausdurchsuchung im Haus des Vaters im Weinviertel sei ein Stiletto gefunden worden.

Als Motiv werden zum einen zerrütteten Familienverhältnisse gesehen und zum anderen habe sich die private Situation des jungen Manns ab Februar weiter verschlechtert. So habe er die Schule abgebrochen und seine Drogensucht habe sich verschlimmert. „Er hat ein Ventil für seine Aggression gesucht, nach Aufmerksamkeit gesucht und eine gewisse Wut, Unruhe und Traurigkeit in sich verspürt, um diese Taten zu begehen", sagte der Ermittler.

(kap - sst)


 

 

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.

12. Dezember 2023, 15:06