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Archivbild: Kardinal Schönborn zu Besuch bei Radio Vatikan Archivbild: Kardinal Schönborn zu Besuch bei Radio Vatikan 

Reaktionen zum neuen Vatikan-Dokument „Dignitas infinita“

Mit dem neuen Dokument „Dignitas infinita“ (Unendliche Würde) verteidigen und stärken Papst Franziskus bzw. die katholische Kirche „die bedingungslose Würde jedes Menschen“, so der Wiener Kardinal Christoph Schönborn. Auch Bischof Bätzing würdigt die römische Erklärung.

Die Würde eines jeden Menschen werde „jenseits aller Umstände und damit die bedingungslose Forderung nach Achtung der Menschenwürde, unter welchen Umständen auch immer“ gestärkt. Das hat Kardinal Christoph Schönborn gegenüber Kathpress in einer ersten Stellungnahme zum Dokument betont, das Montagmittag vom Vatikan veröffentlicht wurde.

Die bedingungslose Achtung der menschlichen Person und Würde sei umstritten. Umso notwendiger sei diese kirchliche Festlegung bzw. Klarstellung, so Schönborn. Er nannte etwa Menschen mit mentalen Beeinträchtigungen, ungeborene und kleine Kinder, bewusstlose Menschen oder Menschen im Alter, deren Bewusstsein eingeschränkt ist. Für sie alle gelte genauso die unabdingbare Menschenwürde. Und dieser Grundsatz habe natürlich „große Konsequenzen im Umgang mit behinderten Menschen, mit ungeborenen Menschen, mit alten Menschen“.

Rolle des Papstes

Papst Franziskus sei intensiv in die Arbeit an dem Dokument eingebunden gewesen, betonte Kardinal Schönborn, der Mitglied des Glaubensdikasteriums ist. Ganz im Sinne des Papstes sei auch im Blick auf die Ausfaltung des Themas eine gewisse Akzentuierung auf Fragen der Armut. Es gehe um die sozialen und gesellschaftlichen Bedingungen der Menschenwürde. Wenn Menschen ihr Leben nicht in angemessener Weise verbringen können, stelle dies eine Verletzung der grundlegenden Würde des Menschen das, betonte der Kardinal.

Reaktion aus Deutschland

Gerade angesichts der Tatsache, dass wir in einer Welt leben, in der die Menschenwürde tagtäglich auf vielfache Weise missachtet, untergraben, ausgehöhlt und relativiert werde, sei es höchst begrüßenswert, dass das Dikasterium für die Glaubenslehre unter Leitung seines Präfekten, Kardinal Víctor Manuel Fernández, in seiner Erklärung „die unverzichtbare, unverletzliche und nicht zu reduzierende („infinita“) Würde des Menschen unterstreicht und einschärft“, so der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, in seiner Stellungnahme an diesem Montag. Weiter betont er: „Die Erklärung bietet in sachlicher und angemessener Sprache und Argumentation eine Bestärkung für alle, die sich für die Achtung der Menschenwürde und die sich daraus ergebenden fundamentalen Menschenrechte einsetzen.“ Insgesamt zeichne sich die Erklärung zudem durch einen sehr konsequenten Argumentationsstrang aus, der ethische Überlegungen und Handlungsorientierungen aus dem Grundkonzept der Menschenwürde ableite, ohne sich dabei, etwa im Stil älterer Erklärungen, immer wieder auf eine auch in ihren detaillierten Normierungen nicht zu hinterfragende natürliche Sittenordnung zu beziehen.
„Dieser konsequente Rückbezug auf die Menschenwürde wird nicht ohne Weiteres dazu führen, dass die Lehraussagen der Kirche allseits und in allen Gesellschaften dieser Welt ungeteilte Zustimmung erfahren. Aber er stärkt ganz sicher die Anschluss- und Diskursfähigkeit der vorgebrachten Argumente“, so Bätzing.

(pm/kap -mg)

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08. April 2024, 14:11