D/Afghanistan: Extrem schwere Lage für Frauen und Kinder
Die humanitäre Situation in Afghanistan sei „weiterhin extrem schwierig“, berichtet die Caritas international-Mitarbeiterin gegenüber dem Kölner Domradio. Millionen Menschen seien auf humanitäre Hilfe angewiesen, und die medizinische Versorgung sei nicht ausreichend ausgebaut. „Wir sind zum Beispiel im Bereich Mutter-Kind-Gesundheit tätig. Es gibt kaum noch Möglichkeiten, Mütter und Kinder direkt in ihren Wohnungen zu erreichen, und die Wege zu medizinischer Versorgung sind oft weit“, so Bittermann.
Frauen haben kaum noch Rechte
„Frauen in Afghanistan haben kaum noch Rechte, die sie aktiv nutzen können. Zuletzt war in der Presse zu lesen, dass ihnen sogar das Wort verboten wurde“, so die Caritas international-Referentin zur Lage der Frauen im Land. Auf den Straßen in Kabul sehe die Situation teilweise zwar anders aus. Dort seien zuweilen Frauen auch ohne Begleitung eines männlichen Familienmitglieds unterwegs, obwohl dies eigentlich Vorschrift sei. Das habe damit zu tun, dass die Vorschriften in manchen Provinzen strikter oder weniger strikt durchgesetzt würden, so die Referentin. Generell sei die Lage der Frauen im Land aber „extrem hart“. „Jede Bewegung und jedes Wort, das in die falsche Richtung gehen könnte, kann schlimme Folgen haben“, so Bittermann.
„Aufnahmezusagen einhalten“
Zur Lage der Afghanen, die eine Aufnahmezusage der deutschen Bundesregierung haben, berichtet die Referentin: „Diese Menschen sind weiterhin bedroht. Die Taliban haben deutlich gemacht, dass sie diese Menschen beobachten“. Aufnahmezusagen für solche Personen, die derzeit in Pakistan auf eine Ausreise warten oder teilweise schon wieder nach Afghanistan zurückgeschoben wurden, sollten „auf jeden Fall eingehalten werden, um diese Menschen zu schützen“, gibt Bittermann die Position von Caritas international wieder.
Caritas International ist in Afghanistan in der Nahrungsmittelhilfe, der medizinischen Versorgung und der Notversorgung von Erdbebenopfern aktiv. Auch psychologische Beratung wird angeboten. Prämisse bei der Hilfsarbeit sei, dass die Maßnahmen Frauen erreichten, die „auch Mitarbeitende sein können“, so Bittermann.
(domradio – pr)
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