D: Bätzing beklagt Verfall moralischer Leitplanken
Bätzing konstatierte eine besorgniserregende Gleichgültigkeit gegenüber internationalen Vereinbarungen. „Autokraten und Diktatoren dieser Welt stört es augenscheinlich immer weniger, was die Weltgemeinschaft an Grenzen, Absprachen und moralischen Leitplanken miteinander vereinbart hat“, erklärte der Bischof laut einer Mitteilung seines Bistums. Für diese Machthaber seien Freiheit und Demokratie unvereinbare Gegensätze.
Verrohung im Netz und Kritik an der KI
Ein Schwerpunkt seiner Predigt lag auf der digitalen Kommunikation. Bätzing beklagte eine zunehmende Brutalität im Internet: „Wie viel Bosheit, Gemeinheit, Ignoranz und Brutalität herrschen im Netz, greifen andere an, um sie gezielt zu diffamieren oder gar öffentlich zu vernichten.“
In diesem Kontext äußerte er sich auch skeptisch gegenüber der rasanten Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI). Er bezeichnete KI als eine „amoralische Technologie“, die von sich aus keine Werte besitze. Er kritisierte Bestrebungen, bestehende Sicherheitsfilter und Regulierungen weiter abzubauen. Dadurch drohten Wahrhaftigkeit und menschliche Maßstäbe dem bloßen Nutzen untergeordnet zu werden. Die derzeitigen Schutzmechanismen bezeichnete er als „dünn“.
Die Fastenzeit als „geistliches Sicherungssystem“
Gegen diese äußeren Bedrohungen rief Bätzing die Gläubigen dazu auf, im Inneren Widerstandskraft zu entwickeln. Er sprach von der Notwendigkeit eines „geistlichen Sicherungssystems“, das auf der Orientierung an Gerechtigkeit und dem Wort Gottes basiere. Christen sollten Christus symbolisch „als Gewand anziehen“, um durch Demut und Liebe positiv auf ihre Umgebung auszustrahlen.
Die nun beginnende 40-tägige Fastenzeit sieht der Bischof dabei nicht als Zeit der Melancholie:
„Die Fastenzeit ist keine Zeit der Tristesse. Sie ist keine Phase der Niedergeschlagenheit, sondern eine Zeit der inneren Klärung und Erneuerung.“
Hintergrund: Der Aschermittwoch
Mit dem Aschermittwoch beginnt in der katholischen Kirche die Vorbereitungszeit auf das Osterfest. Die 40 Tage (unter Ausschluss der Sonntage) sind traditionell geprägt von Gebet, Besinnung und dem Verzicht. Ziel ist die innere Wandlung, um das Fest der Auferstehung bewusst feiern zu können.
(pm/kna - mg)
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