D: Erzbistum Hamburg sendet Grußwort an Muslime zum Fastenbeginn
„Gerade in einer Zeit, in der oft das Trennende betont wird, ist dieses Verbindende wichtig“, schreibt Geißler in einem Grußwort an die muslimischen Gemeinden im Norden. Die christliche Fastenzeit beginnt an diesem Mittwoch, dem 18. Februar, und führt über 40 Tage bis zum Osterfest. Nur einen Tag später, am 19. Februar, beginnt nach dem islamischen Mondkalender der rund 30-tägige Ramadan.
Gemeinsame Haltungen trotz theologischer Unterschiede
Obwohl sich die religiösen Hintergründe unterscheiden – das Gedenken an das Leiden Christi auf der einen, die Offenbarung des Korans auf der anderen Seite –, sieht Geißler große Schnittmengen in der gelebten Praxis. Die kommenden Wochen seien für beide Religionsgemeinschaften eine Zeit der „inneren Einkehr, der bewussten Hinwendung zu Gott, der Gemeinschaft und der tätigen Nächstenliebe“. Laut einer Mitteilung des Erzbistums betonte er: „Auch wenn wir im Glauben Unterschiede haben, teilen wir diese Haltungen.“
Warnung vor Ausgrenzung und Vorurteilen
Deutliche Worte fand der Stellvertreter von Erzbischof Stefan Heße zur gesellschaftlichen Situation von Muslimen in Deutschland. Er wies auf die schmerzhaften Erfahrungen von Vorurteilen und Ausgrenzung hin, denen muslimische Mitbürger oft ausgesetzt seien. Dies widerspreche grundlegend dem christlichen Verständnis von Würde, Respekt und Glaubensfreiheit. Das Erzbistum Hamburg stehe für ein „friedliches Miteinander und einen vertrauensvollen Dialog“ und pflege enge Kontakte zu jenen Muslimen, die sich ebenfalls für ein friedliches Zusammenleben engagieren.
Fasten als Quelle der Hoffnung
Der Generalvikar schloss sein Grußwort mit Segenswünschen für beide Seiten. Die Wochen des Fastens, des Gebets und des Verzichts – bei den Christen oft auf Genussmittel, bei den Muslimen als täglicher Verzicht auf Nahrung und Trinken bis Sonnenuntergang – sollten den Glauben der Menschen stärken und ihnen in herausfordernden Zeiten „neue Hoffnung schenken“.
(pm - mg)
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