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Bahnhof in Stuttgart Bahnhof in Stuttgart  (AFP or licensors)

D: Caritas und Politik wollen Bahnhofsviertel menschlicher machen

Deutschlands Bahnhöfe sollen ihr Image als bloße Transitorte oder soziale Brennpunkte ablegen. Mit der Initiative „Sozialraum Bahnhof“ kämpft die Caritas für mehr Sicherheit, Ästhetik und vor allem Menschlichkeit im Umfeld der Stationen.

Bei einem Besuch am Haltepunkt Trier-West am Freitag würdigte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) die Arbeit der Helfer und betonte die doppelte Funktion der Bahnhöfe als Mobilitätsknoten und soziale Auffangbecken.

„Bahnhöfe sind für Millionen von Reisenden jeden Tag der erste Kontaktpunkt mit der Bahn und Ausgangspunkt ihrer Reise – egal ob in den Urlaub oder täglich zur Arbeit“, erklärte Schnieder. Doch die Realität an vielen deutschen Gleisen hat eine Kehrseite: „Für viele Menschen sind Bahnhöfe aber auch eine Endstation, wenn das Leben sie auf das falsche Gleis gelenkt hat.“

Hilfe am „Lichtblick“ Bahnhof

Die Offensive der Caritas, die von der Stiftung Mercator an 15 Standorten bundesweit gefördert wird, setzt dort an, wo Menschen in schwierigen Notlagen stranden. Rund 100 Bahnhofsmissionen fungieren deutschlandweit als erste Anlaufstellen. Die meist ehrenamtlichen Helfer seien oft der „erste Lichtblick in der Notlage vieler Menschen“, so der Minister, der den Beteiligten seinen Respekt und Dank aussprach.

Verknüpfung von Verkehrs- und Sozialpolitik

Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa sieht in Bahnhöfen weit mehr als bloße Ein- und Umstiegsorte. Sie seien öffentliche Räume, die das Stadtbild prägen und an denen „Menschen ganz unterschiedlicher Herkünfte und Hintergründe“ aufeinandertreffen. Welskop-Deffaa forderte eine engere Verzahnung der politischen Ressorts: „Verkehrs- und Sozialpolitik müssen verknüpft werden. Dafür braucht es Investitionen in die Sicherheit der Bahnhöfe ebenso wie Konzepte zur Attraktivierung des Sozialraums Bahnhof.“

Das Beispiel Trier-West

Wie eine solche Attraktivierung aussehen kann, zeigt das Projekt in Trier-West. Hier gelingt es laut Caritas durch niedrigschwellige Hilfen und Unterstützung, den Haltepunkt wieder in einen Raum der Begegnung zu verwandeln. Menschen, die typischerweise im Bahnhofsumfeld stranden, erhalten dort gezielte Unterstützung, was gleichzeitig das Sicherheitsgefühl und die Aufenthaltsqualität für alle Reisenden erhöht.

Das Ziel der Offensive bleibt klar: Bahnhöfe sollen nicht länger Orte sein, die man so schnell wie möglich verlassen möchte, sondern sichere und würdevolle Bestandteile des städtischen Lebens.

(pm/kna - mg)

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14. März 2026, 12:56