Katholische Kirche in Deutschland legt Zahlen für 2025 vor
Mario Galgano - Vatikanstadt
Mit Stand vom 31. Dezember 2025 bekennen sich noch rund 19,2 Millionen Menschen in Deutschland zum katholischen Glauben. Das entspricht einem Bevölkerungsanteil von 23 Prozent. Zwar ist die Zahl der Kirchenaustritte im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken (307.117 gegenüber 321.659 im Jahr 2024), doch die Bilanz bleibt für die Bistümer eine enorme Herausforderung.
Lichtblicke bei Gottesdienstbesuch und Sakramenten
Entgegen dem allgemeinen Trend des Mitgliederschwunds verzeichnet die Kirche einen leichten Zuwachs bei der aktiven Teilnahme am kirchlichen Leben. Der Gottesdienstbesuch stieg das dritte Jahr in Folge leicht an und liegt nun bei 6,8 Prozent (2024: 6,6 Prozent). Auch bei der Erstkommunion (152.357) und der Firmung (105.334) blieben die Zahlen nahezu konstant, was auf eine weiterhin starke Verankerung der kirchlichen Bildungs- und Begleitarbeit hindeutet.
„Es ist ein schönes Zeichen, dass der Gottesdienstbesuch erneut ganz leicht steigend Zuspruch findet“, erklärte der DBK-Vorsitzende, Bischof Heiner Wilmer, auf der Homepage der Bischofskonferenz. Er betonte jedoch auch den Schmerz über jeden einzelnen Austritt: „Wir werden weniger Christinnen und Christen in Deutschland, was uns nicht davon abhält, mit hohem persönlichen Einsatz Zeugnis von unserem Glauben zu geben.“
Strukturwandel und Priestermangel
Die Statistik verdeutlicht auch den organisatorischen Wandel. Die Zahl der Pfarreien sank durch Zusammenlegungen und Strukturreformen auf unter 9.000 (8.997). Besonders prekär bleibt die Situation beim Nachwuchs im Weiheamt: Im gesamten Bundesgebiet wurden im Jahr 2025 lediglich 25 Männer zu Priestern geweiht.
Das unsichtbare Rückgrat: 600.000 Ehrenamtliche
Bischof Wilmer nutzte die Veröffentlichung, um den Blick auf jene zu lenken, die in den statistischen Tabellen oft fehlen: die rund 600.000 Ehrenamtlichen. Sie seien es, die Kirche in der Gesellschaft überhaupt erst ermöglichten. Trotz der Umbrüche mahnte Wilmer zu Zuversicht: „Ich ermutige dazu, dass wir den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern nach vorne schauen und gemeinsam – auch in ökumenischer Verbundenheit – nach Wegen suchen, wie Christsein heute in der Gesellschaft zu größerer Akzeptanz führen kann.“
(dbk)
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