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Pater Joshy George Pottackal O. Carm. Pater Joshy George Pottackal O. Carm. 

D: Erster Bischof mit außereuropäischen Wurzeln geweiht

Der aus Südindien stammende Pater Joshy Pottackal (48) hat am Sonntagnachmittag die Bischofsweihe empfangen und ist damit der erste katholische Bischof in Deutschland mit außereuropäischen Wurzeln. Die Feier stand im Zeichen der Universalität des Glaubens und einer bewusst gewählten Schlichtheit.

„Ich bin Papst Leo XIV. dankbar für diesen Schritt hier in Deutschland, im Bistum Mainz. Glaube verbindet über alle Grenzen hinweg, die Menschen ziehen können“, betonte der Mainzer Ortsbischof Peter Kohlgraf in seiner Predigt vor zahlreichen Gläubigen, Familienmitgliedern Pottackals und hochrangigen Geistlichen aus Indien. Ein indischer Chor unterstrich mit traditionellen Kirchenliedern die interkulturelle Bedeutung des Ereignisses.

Der Delfin als Symbol der Orientierung

In den bischöflichen Insignien des neuen Weihbischofs finden sich persönliche und theologische Akzente. So zeigt Pottackals Bischofsstab einen Delfin – sein Lieblingstier, das im frühen Christentum als Symbol für Jesus, den „Seelenretter“, galt. „Wir wünschen Ihnen, dass Menschen Sie als Begleiter erfahren und als einen, der Orientierung schenken kann und will“, wandte sich Kohlgraf an seinen neuen Hilfsbischof.

Schlichtheit statt Gold: Insignien aus Holz

Auffällig ist die Materialwahl für Krummstab, Bischofsring und Brustkreuz: Statt des üblichen Goldes sind Teile dieser Insignien aus Holz gefertigt. „Holz steht für Wachstum und Leben. Es war für mich auch wichtig, dass es etwas Schlichtes ist“, erklärte Pottackal gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Auch sein Wappen schlägt eine Brücke zwischen seinen Heimaten: Es verbindet das traditionelle Mainzer Rad mit Buchstaben der Malayalam-Schrift, der Sprache seiner Geburtsregion Kerala.

Werdegang eines Grenzgängers

Joshy Pottackal wurde 1977 im südindischen Kerala in eine Familie von Thomaschristen geboren. Der Karmelit lebt seit 22 Jahren in Deutschland und besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft. Im Bistum Mainz ist er kein Unbekannter: Seit 2004 war er dort unter anderem als Jugendseelsorger tätig und arbeitete zuletzt in der Personalabteilung, bevor ihn Papst Leo XIV. im November zum Weihbischof ernannte.

(pm/kna - mg)

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16. März 2026, 11:00