D/Libanon: Hilfswerke fordern sofortigen Gewaltverzicht
In einer deutlichen Stellungnahme verurteilte das Hilfswerk Misereor am Samstag die Einbeziehung des Libanon in den regionalen Großkonflikt. „Wir verurteilen aufs Schärfste, dass der Libanon in diesen Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und dem Iran hineingezogen wird“, hieß es in der Mitteilung aus Aachen. Die Lage der Menschen vor Ort verschlechtere sich „dramatisch“.
Todesopfer und Hunderttausende auf der Flucht
Nach offiziellen Angaben forderte die jüngste Gewaltspirale bereits mehr als 120 Todesopfer; über 700 Menschen wurden verletzt. Auslöser der aktuellen israelischen Offensive waren massive Raketenangriffe der pro-iranischen Hisbollah-Miliz am vergangenen Sonntag. Diese bezeichnete die Angriffe als Vergeltung für die Tötung des iranischen Revolutionsführers Ali Chamenei.
Die israelischen Gegenschläge treffen mittlerweile nicht mehr nur das Grenzgebiet, sondern auch dicht besiedelte Viertel der Hauptstadt Beirut. Hunderttausende Menschen befinden sich landesweit auf der Flucht, während der Schulbetrieb komplett eingestellt wurde.
Fehlende Schutzräume und blockierte Hilfe
Besonders besorgt äußerte sich Malteser International zur Sicherheitslage der Zivilisten. „Die Zivilbevölkerung im Libanon ist den Angriffen quasi schutzlos ausgeliefert. Es gibt im gesamten Land nur wenige öffentlich zugängliche Luftschutzbunker und kaum Möglichkeiten, sich in Sicherheit zu bringen“, erklärte die Organisation in Köln.
Für die humanitären Helfer werde die Arbeit unterdessen zum lebensgefährlichen Hindernislauf. Es werde immer schwieriger, zu den Notleidenden durchzudringen und die Grundversorgung aufrechtzuerhalten.
Appell an die Weltgemeinschaft
Misereor und seine libanesischen Partnerorganisationen riefen alle Konfliktparteien eindringlich zu einem sofortigen Gewaltverzicht auf. Es sei die Pflicht der internationalen Staatengemeinschaft, „alles zu tun, um zum Weg der Diplomatie zurückzukehren“. Ein weiterer Flächenbrand in der Region müsse um jeden Preis verhindert werden, um das Leiden der unbeteiligten Bevölkerung zu beenden.
(pm - mg)
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