D: Militärseelsorger fordert mehr geistliche Betreuung in der Bundeswehr
Soldatinnen und Soldaten benötigen laut Hofmann „überall und jederzeit ein offenes Ohr und eine helfende Hand“. Seelsorger fungieren dabei als zentrale Ansprechpartner für persönliche Sorgen, Trauer und Gespräche nach belastenden Erlebnissen. Der Militärseelsorger hob hervor, dass dieses Angebot einen entscheidenden Vorteil bietet: Geistliche unterliegen dem Beichtgeheimnis und sind nicht in die militärische Hierarchie eingegliedert, was ein besonderes Vertrauensverhältnis schafft.
Unabhängig von der Konfession
Ein wesentliches Merkmal der Militärseelsorge ist ihre Offenheit. Soldaten können sich mit ihren Anliegen an die Geistlichen wenden, „unabhängig davon, ob sie religiös sind oder nicht“, so Hofmann. Neben der rein seelsorgerischen Tätigkeit agieren die Geistlichen oft auch als Sprachrohr gegenüber Vorgesetzten, um sich für die Belange der Truppe einzusetzen.
Erfahrungen aus dem Einsatz in Litauen
Wie unverzichtbar diese Angebote sind, untermauert Hofmann mit persönlichen Erfahrungen aus seinem jüngsten Einsatz in Litauen. Dort dienten die Orte der Militärseelsorge als Rückzugspunkte, an denen Soldaten zur Ruhe kommen, miteinander sprechen oder gemeinsam Abschied nehmen konnten – etwa nach tödlichen Unfällen im Dienst.
Rechtlicher Anspruch und staatliche Organisation
Der Anspruch auf Seelsorge und die ungestörte Religionsausübung ist für jeden Soldaten im Soldatengesetz festgeschrieben. Aktuell wird diese Betreuung auf vertraglicher Basis durch die evangelische und katholische Kirche sowie die jüdische Gemeinschaft geleistet. Während der Staat die Finanzierung und Organisation übernimmt, tragen die Kirchen und Religionsgemeinschaften die Verantwortung für die Inhalte und stellen das Personal. Hofmanns Vorstoß verdeutlicht nun, dass die personelle Decke derzeit nicht ausreicht, um diesen gesetzlichen Anspruch flächendeckend zu erfüllen.
(katholisch.de - mg)
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