Österreichs Pilger-Hospiz in Jerusalem hat neuen Rektor
Die Personalie war zuvor Thema bei der Frühjahrsvollversammlung der Bischofskonferenz, wo Grünwidl das Votum der Bischöfe für seine Entscheidung einholte. Brandmayr ist derzeit Dompropst von Wiener Neustadt und wirkte in früheren Jahren in Rom als Rektor von Santa Maria dell'Anima. Er tritt seinen Dienst in Jerusalem am 1. September an.
Das älteste nationale Pilgerhaus im Heiligen Land stand zuletzt unter interimistischer Leitung von Lucas Maier, nachdem der langjährige Rektor Markus Stephan Bugnyar im Oktober 2024 dienstfrei gestellt worden war. Das Pilger-Hospiz ist dem jeweiligen Erzbischof von Wien als Protektor unterstellt.
An der Via Dolorosa
1988 wurde es nach einer Renovierung als Pilgerhaus wiedereröffnet und 2019 unter Bugnyars Leitung um einen Zubau erweitert. Das Gästehaus geht in seinem Wirken deutlich über die Funktion als reine Pilgerherberge hinaus. Es ist in Jerusalem auch als Kulturträger, Bildungseinrichtung und Ort des Dialogs unter Kulturen und Religionen positioniert.
Finanziell befindet sich das Haus seit einigen Jahren wegen ausbleibender Pilgergruppen - zunächst in der Corona-Pandemie, seither aufgrund der Gewalt im Nahen Osten - in angespannter Lage. Der Weiterbetrieb wurde durch Rücklagen und Spenden gedeckt.
Neuer Rektor mit Rom-Erfahrung
Der neue Pilger-Hospiz-Leiter Brandmayr war von 2008 bis 2020 Rektor des päpstlichen Institutes Santa Maria dell' Anima in Rom. Anschließend kehrte er als Dompropst von Wiener Neustadt in die Erzdiözese Wien zurück. Dort hatte er schon zwischen 1993 und 2008 als Seelsorger in der Pfarre St. Gertrud/Währing sowie als Richter am Diözesan- und Metropolitangericht gewirkt. Eine wichtige Rolle hatte Brandmayr auch bei mehreren Seligsprechungsprozessen wie jenen für Hildegard Burjan und Kaiser Karl I.
Ex-Rektor Bugnyar, der die Leitung des Pilgerhauses 2004 übernommen hatte, war im Oktober 2024 wegen des Vorwurfs eines schwerwiegenden Fehlverhaltens gegenüber einem Mitarbeiter dienstfrei gestellt worden. Der Fall wurde zunächst von der Erzdiözese Wien untersucht; Ende vergangenen Jahres teilte ein Sprecher mit, dass die Angelegenheit wegen der Komplexität der Zuständigkeiten mittlerweile in der vatikanischen Klerusbehörde geprüft werde.
Der Dienst des Pilger-Hospiz-Rektors wird vom Erzbischof von Wien verantwortet, fällt aber auch in den Zuständigkeitsbereich des Lateinischen Patriarchen von Jerusalem. Bugnyar ist zudem Priester der Diözese Eisenstadt.
(kap – ap)
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